Timo Baumgartl staubt ab zum 2:1-Siegtreffer für die Eisernen.  imago/Contrast

Kann einen mal jemand kneifen? Das war der Vizemeister? Und für die anderen geht es angeblich nur um den Klassenerhalt? Geschenkt. Es ehrt einen ja, wenn man den Mund nicht zu voll nimmt. Doch die Tabelle lügt nicht. Und da steht der 1. FC Union nach dem 2:1 (1:1) gegen RB Leipzig zu Beginn des 14. Spieltages auf Rang 4! Und das ist ein Champions-League-Platz. 

Was für ein Auftakt in der Alten Försterei. Die Eisernen schienen den hochdotierten Gast schwindelig spielen zu können. Dem Führungstreffer durch Taiwo Awoyniy (6.) nach schöner Kopfballvorlage von Timo Baumgartl hätten die Köpenicker noch zwei weitere Treffer folgen lassen können. Vielleicht einen sogar müssen. Doch zunächst verdaddelten die Hausherren eine 3:1-Kontersituation, bei der Awoniyi am Ende die Kugel nicht abgelegt bekommt (11.). Danach verfehlte Max Kruse nach Hereingabe von Sheraldo Becker das klaffende offene Gehäuse der Leipziger knapp (12.). 

Und wer vorne sündigt, den bestraft hinten der Fußballgott. Diesmal unter Zuhilfenahme von Union-Keeper Andreas Luthe, der bei einem absolut haltbaren 25-m-Schuss von Christopher Nkunku unter der Kugel durchtaucht. Und schon stand es 1:1 (13.). Unverdient? Ja. Aber so ist Fußball. 

Der Rest der ersten Halbzeit hielt dann nicht mehr, was die ersten Minuten versprochen hatten. RB biss sich immer mehr in die Partie rein, Union verlor an Tempo. Und so neutralisierten sich beide Teams in der Folge bis zum Pausenpfiff.

Baumgartl erst mit Assist, dann mit Tor

Nach Wiederanpfiff war der einsetzende Schneefall aktiver als die Roten Bullen. Anders die Eisernen, die sich zunächst treu blieben im Auslassen von Kontersituationen und dann doch die Kugel irgendwie hinter Peter Gulacsi befördern konnten. Wurde Rani Khediras Schlitzohrigkeit gegen den RB-Keeper noch zurückgepfiffen, als er einen frei in der Luft stehenden Ball einfach mal ins Tor stieß, konnte der Unparteiische nach einem Eckstoß des herausragenden Nico Gießelmann nichts mehr vorbringen. Am Ende stand Baumgartl goldrichtig und veredelte seinen ersten Assist mit seinem ersten Liga-Treffer für die Eisernen (57.). 

„Wir spielen immer mit Herz, wir haben einen klaren Plan. Wir wussten wir Leipzig spielt. Wir haben die Konter nicht vernünftig ausgespielt. Wir haben die Chancen auf das 3:1, 4:1. Die müssen wir machen. Vielleicht ist das noch der Entwicklungsschritt, den wir gehen müssen“, jubelte Matchwinner Baumgartl trotzdem.  

Wahnsinn! Denn von den Markranstädtvorstädtern kam nichts mehr. So dünne!! Kein Last-Minute-Wunder nötig wie am letzten Spieltag der Vorsaison, als Max Kruse die Köpenicker in der Nachspielzeit nach Europa köpfte. Bis zum Schlusspfiff waren die Eisernen dem dritten Treffer immer näher als die Sachsen dem Ausgleich. Unfassbar! Unfassbar geil!!!

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Infos zum Spiel:

  • 1. FC Union: Luthe 4,5 - Friedrich 3, Knoche 2,5, Baumgartl 1,5 - Khedira 3, Prömel 3,5 - Ryerson3 , Gießelmann 2 - Kruse 2,5 (72. Haraguchi) - Becker 2,5 (80. Voglsammer), Awoniyi 2,5  (80. Behrens)
  • RB Leipzig: Gulacsi 3 - Mukiele 5, Klostermann 3 (70. Simakan), Gvardiol 4,5 - Henrichs 3,5  (64. Forsberg), Laimer 4 (70. Kampl), Adams 4, Angelino  4,5- Nkunku 3 ,5, Szoboszlai 5 (78. Brobbey) - Silva 5. 
  • Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover) 2,5
  • Tore: 1:0 Awoniyi (6.), 1:1 Nkunku (13.), 2:1 Baumgartl (57.)
  • Zuschauer: 13.506
  • Gelbe Karten: Khedira (4) - Szoboszlai (2)