Thomas Müller (l.) feiert zusammen mit Kingsley Coman einen Bayern-Treffer. Beide waren zuletzt in überragender Form beim Rekordmeister.  Foto: AP/Hassenstein/Pool

Nun also Thomas Müller & Co. Wobei letzterer ja schon immer eine recht eigene Beziehung zu den Eisernen hatte. Bayerns Angreifer - teamintern Radio Müller getauft wegen seiner ständigen und weithin vernehmbaren Anweisungen - hofft am Sonnabend (18.30 Uhr/Stadion An der Alten Försterei) in seinem 362. Bundesligaspiel auf eine Premiere: Gegen alle Bundesligisten hat er in Deutschlands Eliteklasse schon getroffen, nicht aber gegen Union.  

Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. 2008  durfte Müller schon mal ein Pflichtspiel gegen die Köpenicker absolvieren. Bei dem 2:0-Erfolg der Bayern-Reserve in der frisch gebackenen 3.Liga schenkte er den von Uwe Neuhaus trainierten Eisernen im Grünwalder Stadion einen ein. Es war erst sein zweites Tor im Männerbereich. Und der Weg nach ganz oben zu Jogi Löw - auch wenn der ihn derzeit nicht mehr so mag - mit dem WM-Titel und den zwei Champions-League-Triumphen war noch nicht vorgezeichnet. 

Gezeichnet wirken die Bajuwaren dieser Tage. Zumindest ein klein wenig. Die Terminhatz und keine Sommerpause machen sich bemerkbar. Und doch sind die Münchnern gnadenlos. Selbst wenn sie schlecht spielen, gewinnen sie ihre Partien. Seit dem Corona-Restart gab es in 34 Spielen nur eine Pleite. Und die setzte es am zweiten Spieltag in Hoffenheim, als Sportvorstand Brazzo Salihamidzic noch nicht auf dem Transfermarkt mit Leuten wie Douglas Costa, Eric-Maxim Choupo-Moting & Co. nachgelegt hatte. Seitdem hatte nur Leipzig die Bayern mal am Rande einer Niederlage.

Thomas Müller erzielte 2008 in der 3.Liga ein Tor gegen die Eisernen.  Foto: imago images/Fishing 4

„Auch wenn die Bayern nicht ihren besten Tag haben, gewinnen die eigentlich das Spiel. Die sind immer gierig.  Wir müssen in der Arbeit gegen den Ball dafür sorgen, dass sie die Lust verlieren“, weiß auch Unions Trainer Urs Fischer um die Schwere der Aufgabe. 

Zumal sich das Starensemble ein wenig zu erholen scheint. Alphonso Davies war gegen Lok Moskau erstmals seit seiner Sprunggelenksverletzung wieder dabei, Niklas Süle zeigt wieder ansprechende Form und der gegen Moskau geschonte Robert Lewandowski meldet sich fit für die Alte Försterei. „Drei Siege noch“, sagte Flick, „dann war es ein traumhaftes Jahr. Wir wollen alles reinsetzen.“

Die Bayern wollen sich in den letzten drei Bundesliga-Spielen vor dem Weihnachtsfest keine Blöße mehr geben. Zumal sie den heißen Atem von Verfolger Leipzig im Nacken spüren. Union soll dabei kein Solperstein werden.