Timo Baumgartl lächelt in einer Medienrunde. Der Abwehrspieler des 1. FC Union weiß inzwischen auch diese Situationen zu genießen. 
Timo Baumgartl lächelt in einer Medienrunde. Der Abwehrspieler des 1. FC Union weiß inzwischen auch diese Situationen zu genießen.  Imago/ Matthias Koch

Dass er ein helles Köpfchen ist, ist bekannt. Nicht umsonst studiert Unions Defensivmann Timo Baumgartl neben dem Fußball Psychologie an der Fern-Uni Hagen. Dass er durch das vergangene Jahr auch seine Rolle neu verinnerlicht hat, zeigt sich nach der Rückkehr aus dem spanischen Trainingslager mit dem 1. FC Union. Zukunftspläne über das Hier und Jetzt hinaus? Nicht mit dem 26-Jährigen.

Rückkehr nach Eindhoven, wenn die Leihe endet? Verbleib in der Bundesliga? „Ich habe durch die Hodenkrebserkrankung gelernt, dass Pläne, die man macht, schnell über den Haufen fliegen können. Ich mache mir darüber keinen Gedanken und bin da völlig entspannt. Wir werden uns mit Sicherheit im April mal zusammensetzen und dann weiter schauen“, meinte der Blondschopf, der nach dem Ausfall von Diego Leite (Rotsperre), ein heißer Kandidat für die Startelf gegen Hoffenheim ist.

Selbst die Vorbereitung beim 1. FC Union wusste Baumgartl zu genießen

Dafür hat er hart gearbeitet. Und auch wenn er die acht Wochen Vorbereitungszeit endlich hinter sich lassen möchte, hat es ihn doch gefreut, dass er sie überhaupt mitmachen konnte. „Eine Vorbereitung kann man nicht ersetzen. Im letzten Sommer war ich da im Krankenhaus, hatte was anderes zu tun. Jetzt war das wichtig für mich. Ich sehe mich fast wieder bei 100 Prozent. Für mich ist nun wichtig, in den Rhythmus zu kommen. Das kriegt man über die Spiele“, so der gebürtige Schwabe.

Weil Trainer Urs Fischer sehr viel rotiert aufgrund der Dreifachbelastung, möchte Baumgartl seinen Teil dazu beitragen, dass die Eisernen bis zum Sommer noch mehr als die bereits feststehenden 22 Spiele bestreiten dürfen. Denn mehr Spiele bedeuten mehr Einsatzchancen. „Ich würde mich darüber freuen, möglichst wenig auf dem Trainingsplatz zu stehen, sondern viele Spiele zu spielen“, meinte Baumgartl mit einem spitzbübischen Lächeln. Wir vor der WM-Pause halt, als eine englische Woche die nächste jagte. 

Baumgartl wünscht dem 1. FC Union viele Spiele, wenig Training bis zum Sommer

Dafür wäre ein Weiterkommen im Pokal und natürlich in Europa die Voraussetzung. Sein erstes Ziel ist es daher, überhaupt auf die Spielberechtigungs-Liste für die Europa League zu kommen. Und dann gegen Ajax seinen Mann zu stehen. „Ich schaue ja immer noch gerne nach Holland, gucke, was Feyenoord, Ajax und die PSV so machen“, verriet Baumgartl. Aus den Augen, heißt bei ihm eben nicht aus dem Sinn. 

Doch erst einmal heißt die Aufgabe Hoffenheim. Die Liga halt. „Wir haben uns einiges vorgenommen“, so der aus Böblingen stammende Abwehrspieler. Er traut das sich und Kollegen auch zu. „Gegen Hoffenheim wird es ein Spiel auf Augenhöhe. Dass wir sie schlagen können, haben wir letztes Jahr gezeigt. Gerade zu Hause. Natürlich sind sie spielstark, haben individuelle Qualitäten: Aber man kann ihnen Probleme machen, wenn wir unser Spiel durchbringen. Unsere Chance liegt darin, ihnen auf die Nerven zu gehen“, glaubt Baumgartl.

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