Kommt vom FC Augsburg zum 1. FC Union: Andreas Luthe. Foto: imago images/GEPA pictures

Die Nummer 1 ist da. Zumindest ist das die Zahl, die Andreas Luthe in Köpenick künftig auf dem Rücken tragen wird. Der 1. FC Union ist auf der Suche nach einem neuen Keeper ausgerechnet in Augsburg fündig geworden. Und hat mit dem 1,95 m großen Torsteher zumindest von den Ausmaßen her erst einmal einen großen Wurf gelandet. 

Was waren nicht alles für Namen durch die Luft geschwirrt: Mark Flekken (Freiburg), Julian Pollersbeck (Hamburger SV), ja selbst Weltmeister Ron-Robert Zieler (Hannover 96), den die Niedersachsen unbedingt loswerden wollen, wurden gehandelt. Nun ausgerechnet in Augsburg auf einen neuen Torsteher gestoßen zu sein, überrascht. 

Denn im Prinzip wäre es jetzt ein Tausch mit Rafal Gikiewicz, den es ja zu den Fuggerstädtern gezogen hat, weil Union seine Gehaltsforderungen nicht stemmen wollte. Luthe kam bei den bayerischen Schwaben in der Rückrunde zwar noch mal richtig zum Zug, verdrängte den mit 7,5 Millionen Euro Ablöse Rekordtransfer Tomas Koubek aus dem Kasten, aber der FCA hatte dem 33-Jährigen klar mitgeteilt, dass man nicht mehr mit ihm plant. Der gute Luthe machte aber keine Schnute, sondern hat gestern seinen Vertrag beim FCA flugs aufgelöst und hat bei den Eisernen unterschreiben. Was die Fuggerstädter im letzten Moment übrigens noch zu verhindern suchten.

Damit ist der Weg frei, dass Moritz Nicolas wechselt. Der war sich schon mit einem Drittligisten einig, aber nun scheint Zweitligist Osnabrück die spannendere Option für die Gladbacher Leihgabe zu sein. 

Eine Verjüngung sieht anders aus. Schließlich ist der aus Velbert stammende Luthe ein Jahr älter als Unions abgewanderter polnischer Schlussmann. Was den Schluss nahelegt, dass Unions „TFK“ (Torhüterfahndungs-Kommission) damit ihre Arbeit noch nicht beendet haben wird.  Ein jüngerer Torwart, der sich mit Luthe um den Platz im Kasten der Fischer-Elf duellieren könnte, würde da noch gut ins Bild passen. Denn hausintern sieht man in dem Dänen Jakob Busk wie in der Vorsaison eher eine zuverlässige Nummer 3.  

Luthe kennt die Alte Försterei aus eigener Anschauung. Bevor es ihn 2016 in die Puppenkiste zog, in der er in den vergangenen vier Jahren auch nur 29-mal stand, hütete er in 157 Erst- und Zweitliga-Spielen das Gehäuse des VfL Bochum. „Union ist ein Verein, den ich schon lange kenne und dessen positive Entwicklung ich in den letzten Jahren sehr aufmerksam verfolgt habe. Nach guten Gesprächen mit den Verantwortlichen des Clubs war mir schnell klar, dass ich gerne nach Berlin wechseln möchte" äußerte sich Luthe selber zu dem Wechsel.