Torwart Andreas Luthe hat den Ball fest im Griff und überzeugte in der Saison 20/21.
Foto: Contrast

Bei meinem Wechsel zu Union war ich ziemlich überzeugt davon, dass das eine gute Sache wird. Damit es aber wirklich super läuft, muss natürlich vieles passen. Ich wusste, dass ich gut drauf bin und die Bundesliga kann, auch wenn ich in Augsburg nicht so viele Spiele gemacht hatte. Das war auch da nicht so einfach, wenn man überlegt, dass ich am Anfang jemanden wie Marvin Hitz vor mir hatte, der ja doch ziemlich gefestigt ist. Sich dann reinzukämpfen, ist nicht einfach.

Bei Union lief es dann recht gut. Abgesehen vom ersten Spiel gegen Augsburg vielleicht. Gleich eine Pleite am Anfang, das tut schon weh, aber das hat unsere Sinne geschärft und das letzte Bisschen in uns wachgerüttelt.

Wenn das Gladbach-Spiel und eine private Sache mit der Familie nicht dazwischengekommen wären, hätte ich vielleicht alle Spiele in dieser Saison bestritten. Aber die Familie ist mir extrem wichtig. Da war es mir egal, ob ich danach meinen Platz verloren hätte. Es gibt Dinge, die sind viel wichtiger als die Karriere. Urs Fischer hat dennoch weiter auf mich gesetzt nach meiner Rückkehr und das hat mich dann schon sehr gefreut. Natürlich hätte ich auch eine andere Entscheidung akzeptiert, aber das wäre mir schon schwerer gefallen, den es waren ja keine sportlichen Gründe.

Manch einen hat es vielleicht verwundert, dass ich nach der Gehirnerschütterung gegen Gladbach in der Woche danach gegen Mainz gleich wieder gespielt habe. Das hatte allerdings nichts mit übertriebenem Ehrgeiz zu tun oder der Angst davor, von Loris Karius verdrängt zu werden.

Ich wusste zu dem Zeitpunkt längst, dass die medizinische Abteilung von Union top ist und konnte dem Prozess vertrauen. Es gab einen klaren Ablauf und ausführliche Tests in den Tagen nach dem Zusammenprall. Ich fand den Umgang mit der Situation wirklich sehr gut und das hat mir die Sicherheit gegeben. Mein Zustand hat sich sehr schnell verbessert. Das hat mir die Überzeugung vermittelt, dass alles richtig ist. Ich bin ja kein heuriger Hase mehr und erst recht keiner, der leichtfertig seine Gesundheit aufs Spiel setzt.

Morgen Lesen Sie: Max Kruse und Teamleistung – das ist eins!