Torwart Andreas Luthe (r.) und sein Konkurrent Loris Karius unterhalten sich beim Training. Foto: imago images/Conrast

Für viele sah es im Sommer vielleicht ein wenig seltsam aus, als ich zu Union kam und Rafal Gikiewicz zu meinem vorherigen Verein nach Augsburg ging. Das war allerdings vor allem für die Medien ein großes Thema. Mich hat das gar nicht so beschäftigt. Es war kein großes Ding für mich und schon gar nichts Persönliches. Ich kenne Rafal gar nicht näher und kann ihn nicht einschätzen als Typ. Ich weiß im Grunde nur, was ich regelmäßig in den Medien über ihn gelesen habe und er einen großen Anteil dran hatte, dass Union aufgestiegen ist und im ersten Jahr die Klasse gehalten hat.

Es wurde aber schnell deutlich, dass ich offenbar ein anderer Typ bin. Zum Glück haben wir dann gleich am Anfang gegen Augsburg gespielt. Da war das Thema schnell durch und damit war es auch gut. Sonst hätte das vielleicht irgendwann genervt, so ging es nur die ersten Wochen. Irgendwann habe ich mal gelesen, was er für Ziele hatte, dass er unbedingt mit Augsburg gegen Union gewinnen und vor allem vor uns landen wollte. Das hat mich aber nicht sonderlich tangiert. Was jeder so öffentlich äußert, kann er ja für sich selbst entscheiden. Ich bin in diesen Dingen sicherlich deutlich zurückhaltender.

Und wenn wir schon beim Thema Torhüter sind. Der Verein hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt und mir bei meiner Verpflichtung auch mitgeteilt, dass man noch nach einem weiteren Keeper sucht. Das gehört zum Geschäft eben dazu. Ich habe damit überhaupt kein Problem, auch weil ich es mir selber zugetraut habe, mich trotzdem durchzusetzen. Aber im ersten Moment, als ich dann hörte, dass jemand wie Loris Karius ausgeliehen wird, habe ich schon ein wenig geschluckt und gedacht: Das wird jetzt anstrengend.

Am Ende war aber auch das mehr ein Thema der Medien, gar nicht so sehr meins. Ich konnte nur versuchen, durch Leistung auf dem Platz eine passende Antwort zu geben. Die ersten Spiele waren zu dem Zeitpunkt schon gespielt und unser Trainerteam hat mir weiter das Vertrauen geschenkt. Das hat mich sehr gefreut und ich habe versucht, das Vertrauen zurückzuzahlen.