Andreas Luthe möchte bald vor gefüllten Rängen jubeln. Imago/Picture Points LE

Als es vergangenes Jahr klar wurde, dass ich zu Union wechseln werde, habe ich mich gefreut. Ich kannte ja die Atmosphäre an der Alten Försterei noch aus meiner Zeit beim VfL Bochum. Hier geht immer die Post ab. Was die Fans hier abziehen, ist wirklich großartig. Ein enges Stadion, massive Stimmung. Es macht Spaß, hier zu spielen. Nun ein Teil davon werden zu können, das nicht nur als Gegner zu erleben, das hatte natürlich seinen Reiz.

Luthe hofft auf Normalität

Leider konnte ich noch kein Spiel hier erleben, wo alles ausverkauft war. Danach hatte es im letzten Sommer ja nicht unbedingt ausgehen, als wir in Bayern im Trainingslager waren. Da waren zum Teil ja auch Fans dabei, alles war – trotz Vorsichtsmaßnahmen und permanenter Testung – ein bisschen lockerer als im ersten Lockdown und jeder hatte irgendwie die Hoffnung, dass wir langsam zur Normalität zurückkommen.

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Die Bundesliga startete bei uns dann ja auch vor einigen Zuschauern, auch wenn es damit schon im Oktober wieder vorbei war. Doch was hier möglich ist, was hier los ist, davon vermittelten die nur 2000 Fans am letzten Spieltag gegen Leipzig einen tollen Vorgeschmack. Ich freue mich wirklich sehr darauf, dass die neue Saison losgeht und wir dann hoffentlich auch bald vor vollen Rängen auflaufen dürfen, die Union-Familie zusammen ist.

Es ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen

Stichwort Familie. Es wird ja oft gesagt, dass bei Union alles gut zusammenpasst. Also auch im Team. Und ja, die Jungs, die schon vorher hier waren, haben uns Neuen das Einleben leichtgemacht. Aber: Es ist auch keine reine Wohlfühlveranstaltung mit Friede, Freude, Eierkuchen.

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Du spürst vom ersten Tag an direkt den Geist der Truppe. Die Jungs, die in den letzten zwei Jahren was erreicht haben, wollen das auch verteidigen. Da geht es richtig zur Sache. Das steckt an, du entwickelst diese Gier und dann wirst du auch voll akzeptiert. Es geht eben nicht darum, dass man hier 25 neue Freunde findet. Was zählt, ist, dass du die ganze Saison über hart arbeitest. Nur dann kann man bereit sein und zusammen etwas erreichen.