Unions Trainer Urs Fischer mahnt häufig zur Geduld, wenn es um vorzeitige Glückwünsche zum Klassenerhalt geht. dpa

Unions Trainer Urs Fischer, als grundsolider Arbeiter und bekennender Vertreter der Kunstform des Realismus jeder Form des Überschwangs gemeinhin wenig verdächtig, beklagt ja zuweilen, dass seine Mannschaft medial am Ziel der Träume – also Klassenerhalt – angekommen sei.

Für gewöhnlich verweist der Schweizer dann darauf, dass es noch viele Spiele seien und man mit 29 Punkten noch absteigen könne. Das gilt rechnerisch auch für die 30, die es seit Sonntag sind. Doch Union ist so gut wie durch. Auch wenn der Schweizer das nicht hören mag. Fischer verkennt dabei, dass er nur mit den Früchten seiner Arbeit konfrontiert wird.

Es ist der Fluch der guten Taten, dass Union in Sicherheit gewähnt wird. Weil all das bislang Dargebotene nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen lässt, dass sich dieses Team die noch nötigen Zähler zur endgültigen Verbannung des Abstiegsgespenstes noch zusammenklauben wird. Denn bei allem Respekt: Mainz, Schalke, Paderborn, Düsseldorf sind Gegner, die bezwingbar erscheinen

Dazu kommen noch Gastspiele bei Freiburg, Hertha BSC und in Köln, wo die Eisernen auch nicht als krasser Außenseiter an den Start gehen. Neun Punkte Vorsprung und nur noch zehn Runden – es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn Union da nicht die nötigen Zähler einsackt. Auch wenn Fischer davon jetzt noch nichts hören mag.