Rafal Gikiewicz herzt Unions Trainer Urs Fischer nach dem 3:1-Erfolg der Augsburger in Köpenick beim Saisonstart.  Foto: imago images/Bernd König

Leipzig? War da was? Ja, leider. Aber nichts Unerwartbares. Und so halten sich die Kicker des 1. FC Union gar nicht lange damit auf zurückzuschauen, sondern düsten tags darauf aus der Messestadt ab nach Süden nach Augsburg. Dort haben sie seit dem Ligastart eine kleine Rechnung offen mit dem FCA, der ihnen die einzige Heimniederlage (1:3) verpasst hatte zum Ligastart. Und eben auch ein klitzekleines bisschen mit Augsburgs Keeper Rafal Gikiewicz. 

Der eiserne Aufstiegs- und Klassenerhalts-Held der Köpenicker hatte in den ersten Wochen seines Schaffens in Augsburg ein paar Sympathiepunkte in der Beliebtheitsskala eingebüßt bei der Anhängerschaft der Eisernen, weil er immer und immer wieder in verschiedenen Medien darauf rumritt, dass er Union gar nicht habe verlassen wollen, sondern die Eisernen ihn mit zu niedrig dotierten Angeboten quasi weggeekelt hatten.  

Er, dessen Verdienste bei Union unbestritten sind, schien sich fast ein wenig lustig zu machen, als Magdeburgs Alexander Brunst mittrainierte in der Sommerpause. Da fragte er via Twitter bei den Eisernen nach, ob denn noch ein Torwart kommen würde. Der Unterton klang süffisant. Der Wechsel von Andreas Luthe weg vom FCA zu den Eisernen hielt er nicht zwingend für eine guten Schachzug von Unions Manager Oliver Ruhnert. Dazu sorgten seine Äußerungen bei  SPORT1 auf Instagram für ein klein wenig für Befremden: „Der erste Sieg gegen Union Berlin schmeckt doppelt gut. Wir haben aktuell mehr Punkte als Union und das ist auch mein persönliches Ziel. Ich will einfach zeigen, dass ich ein guter Torhüter bin und sie einen Fehler gemacht haben. Sie hätten Gikiewicz halten müssen.“

Man hätte Union bei all dem nicht in den Mund nehmen müssen, nur über Augsburgs Ziele reden können. Denn der Saisonstart lief ja überragend für die Fuggerstädter. Auftaktsieg in Köpenick, Dortmund geputzt. Der FCA grüßte von Platz zwei.

Und heute? Liegt Union satte neun Zähler vor Augsburg! 

4-mal weiße Weste bei Luthe und Gikie

Gikiewicz war zwei Jahre für Union ein Glücksfall. Fannah und charmant. Ein bisschen verrückt, aber liebenswert. Aber Andreas Luthe, der etwas wie der persönliche Gegenentwurf zu dem nicht immer leisen Gikiewicz wirkt, muss sich nicht hinter ihm verstecken. Beide konnten viermal zu null spielen. Bei den Paraden liegt Gikie mit 70,5 Prozent hauchzart vor Luthe (68,2). 

Die Ex-Kollegen haben sicherlich kein Problem mit ihm. Warum auch? Sie hatten zwei sportlich überragende Jahre miteinander. Und doch wäre in Köpenick keiner böse, wenn es nach dem neuerlichen Wiedersehen am Sonnabend (15.30 Uhr) zwölf Zähler Abstand zum FCA wären.