Lange Gesichter bei den Spielern des 1. FC Union nach der Pleite bei Eintracht Frankfurt. 
Lange Gesichter bei den Spielern des 1. FC Union nach der Pleite bei Eintracht Frankfurt.  dpa/Arne Dedert

Irgendwann musste es ja mal passieren. Nach 14 unbezwungenen Spielen musste der 1. FC Union mal wieder den bitteren Geschmack der Niederlage verspüren. 0:2 (0:2) hieß es am Ende bei Eintracht Frankfurt. Die Eisernen verlieren zwar bei den Hessen, nicht aber die Tabellenführung. Zum dritten Mal in Folge beenden die Köpenicker einen Spieltag am Platz an der Sonne. Wenn auch nur hauchzart vor dem SC Freiburg aufgrund der um drei Treffer besseren Tordifferenz.

Letzteres ist für Urs Fischer ein schwacher Trost. Oder eher überhaupt keiner. Der hätte, wenn es theoretisch überhaupt möglich gewesen wäre, gerne die Spitze hergegeben, dafür aber was Zählbares aus der Main-Metropole mitgenommen. Dass Platz eins doch nicht abhanden kam, hatten die Köpenicker Steffen Baumgarts 1. FC Köln zu verdanken. Die putzten Borussia Dortmund mit 3:2! 

Dass Union dagegen erstmals in dieser Bundesliga-Saison als Verlierer vom Platz ging, lag vor allem an Frankfurts Kolo Muani und Mario Götze. Denn nach dem quasi ersten Angriff der Hausherren, in den ersten zehn Minuten hatten der 1. FC Union die Eintracht ordentlich an deren Strafraum beschäftigt, stand es plötzlich 1:0.

Eintracht hält dem 1. FC Union den Spiegel vor

Urs Fischer, Trainer des 1. FC Union, war mit dem Spiel seiner Mannschaft bei Eintracht Frankfurt nicht zufrieden.
IMAGO/osnapix
Urs Fischer, Trainer des 1. FC Union, war mit dem Spiel seiner Mannschaft bei Eintracht Frankfurt nicht zufrieden.

Der Franzose hatte erst Timo Baumgartl und Diogo Leite zu Statisten degradiert und dann Götze im Rückraum hervorragend bedient. Mit weltmeisterlicher Klasse setze Götze die Kugel ins Netz (12.). 

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Das half der Eintracht, den Eisernen in der Folge den Spiegel vorzuhalten. Hinten stand man sicher und im schnellen Umschaltspiel stellte man die Köpenicker immer wieder vor Probleme. Kennt man sonst so von den Eisernen. 

Die offenbarten zudem ungewohnte Fehler im Aufbau und luden die Eintracht zu ihrem zweiten Treffer quasi ein. Paul Jaeckel musste Jesper Lindström nach einem zu kurz geratenen Querpass von Diogo Leite an sich vorbeiziehen lassen. Der Däne vernaschte dann auch noch Baumgartl und ließ Frederik Rönnow an alter Wirkungsstelle keine Chance (42.). 

Auch nach der Pause war der 1. FC Union nicht er selber

„Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Den Ball zu oft hergegeben. Und unsere Flanken waren nicht gut genug. So etwas passiert halt auch mal im Fußball“, musste Manager Ruhnert einräumen, dass der Sieg der Hessen absolut in Ordnung ging. „Wir haben zu viele Fehler gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben den Gegner eingeladen“, so seine erste Analyse.

Denn auch Durchgang zwei konnte Union sich in der Spitze nicht wirklich durchsetzen. Obwohl man nach der Ampelkarte für den eigentlich blendend aufgelegten Moulani (68.) etwas mehr als 20 Minuten in Überzahl agieren konnte und durchaus Druck machte. Der eingewechselte Tim Skarke sorgte mit zwei Distanzschüssen (79./90.+4) noch für so etwas wie Torgefahr. Doch Kevin Trapp im Eintracht-Gehäuse ist eben auch ein Meister seines Faches. 

„Wir haben den Zugriff im Eins gegen Eins nicht gut genug gefunden“, musste auch Paul Jaeckel einräumen.

Bitter. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Eintracht hinten gar nicht so sattelfest wirkte. Es hätte also was gehen können am Main. Mit ein bisschen mehr Präzision und Ruhe. 

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