Rafal Gikiewicz (r.) bei seinem letzten Auftritt in der Alten Försterei, als er Sheraldo Becker ein Tor für den 1. FC Union ermöglichte.
Rafal Gikiewicz (r.) bei seinem letzten Auftritt in der Alten Försterei, als er Sheraldo Becker ein Tor für den 1. FC Union ermöglichte. Imago/Jan Huebner

So dicht sind sie sich lange nicht gewesen! Ganze 28 Autominuten trennen Rafal Gikiewicz und die Profis des 1. FC Union derzeit in ihren spanischen Trainingslager-Domizilen. An diesem Sonnabend werden sie sich unmittelbar gegenüberstehen. Denn die Eisernen treffen beim Doppeltest gegen den FC Augsburg auf ihren ehemaligen Aufstiegshelden und einstigen Stammtorhüter.

Die Fuggerstädter campieren im rund 30 Kilometer von Unions Bleibe in Campoamore entfernt gelegenen Algorfa. Und da man in der Liga erst Anfang Mai um Punkte gegeneinander antreten muss, nimmt Union-Trainer Urs Fischer die Gelegenheit war, einen Testgegner mit Niveau vor der Brust zu haben. Zudem einen, bei dem sich die Eisernen – auch dank Gikiewicz – zuletzt mehrfach die Zähne ausbissen.

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Los geht es mit Kick Nummer eins um 13 Uhr. Zwei Stunden später geht es erneut zur Sache. Logisch, dass aus Gründen der Belastungssteuerung beide Partien mit komplett anderen Teams bestritten werden.

Augsburg wollte Ex-Union-Held Gikiewicz schon ins zweite Glied stopfen

Mit anderen Worten, der extrovertierte Pole, der während der Pandemie das Publikum im Lockdown mit lustigen Videos und erfundenen Homeoffice-Sportarten bestens unterhalten hatte,  wird nur einmal für 90 Minuten im Fokus stehen. Einmal darf sein Stellvertreter ran. Und sein Sturm-Kollege Florian Niederlechner ist ja erst kommende Saison als Kicker des Stadtrivalen für die Köpenicker von Relevanz.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Gikiewicz derzeit in aller Munde ist. Sollte der 35-Jährige  zu Saisonbeginn bei den Augsburgern ins zweite Glied rücken, was nur daran scheiterte, dass der FCA U21-Europameister Fin Dahmen nicht aus Mainz loseisen konnte, avancierte er im weiteren Saisonverlauf wieder zum gewohnten Rückhalt, der er auch in seiner Union-Zeit zwischen 2018 und 2020 (75 Spiele) gewesen war.

Dabei gelang im sogar das Kunststück, ein Tor zu erzielen. Was den Köpenickern seinerzeit im Aufstiegsrennen einen Punkt beim 2:2 gegen Heidenheim bescherte. 

Jetzt hat sogar Gladbach Unions einstigen Aufstiegshelden Gikiewicz auf dem Zettel

Gikiewicz, dem die Wechselgerüchte im Sommer schon zu schaffen machten („Das gab ein bisschen Unruhe, von der ich mich auch mit meinen 35 Jahren nicht ganz frei machen konnte“), spielte in der Hinrunde so stark, dass er auf einmal ein Mosaiksteinchen im Dilemma um Bayerns verletzten Stammkeeper Manuel Neuer (Saison-Aus nach Schienbeinbruch) werden könnte. Denn Gladbach muss für den Münchner Wunschkandidaten Yann Sommer einen starken Ersatz verpflichten. Und hat daher Gikiewicz, dessen Vertrag im Sommer bei den bayerischen Schwaben ausläuft, mit auf dem Zettel, falls Sommers Schweizer Landsmann Jonas Omlin nicht aus Montpellier kommen kann.

Für Gikiwicz, der noch zwei, drei Jahre spielen will, ist sicherlich interessant, aus der Augsburger Puppenkiste rauskommen zu können. Die Borussia will ja eigentlich zurück ins internationale Geschäft. Und ein paar Cent mehr sollte er in Gladbach auch kassieren können.

Gut möglich also, dass Gikiewicz nicht erst Ende Mai ein Wiedersehen mit seinen Eisernen feiert, sondern schon im April, wenn die Truppe von Urs Fischer bei den Fohlen im Borussen-Park aufdribbelt.

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