Union-Trainer Urs Fischer kann nicht nur Knuddelbär, wenn’s sein muss, hat der Schweizer auch Vulkan drauf.
Union-Trainer Urs Fischer kann nicht nur Knuddelbär, wenn’s sein muss, hat der Schweizer auch Vulkan drauf. Jan Huebner/Imago

Huch, der 1. FC Union steckt in der Bundesliga in einer Ergebnis-Delle. Erst 0:0 gegen Schalke, dann 0:3 bei Bayern, jetzt 0:0 gegen den 1. FC Köln. Seit genau 288 Minuten nicht mal ein Törchen! Da kommt dann auch schon mal Urs Fischer (57) – für seine Verhältnisse – richtig in Wallung. Der Trainer der Eisernen ist gleich doppelt bedient: Torflaute und Rasen-Frust!

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Wohl wissend, dass er den einen Punkt gegen Köln vor allem einem bärenstarken Frederik Rönnow („Wir können uns bei unserem Torwart bedanken, dass er uns im Spiel gehalten hat“) verdankte, wurde der Schweizer sehr, sehr deutlich. Im Hinterkopf immer das Hinspiel im Achtelfinale der Europa League am Donnerstag gegen Belgien-Klub Royale Union Saint-Gilloise (18.45 Uhr).

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Union-Trainer Urs Fischer wird sehr, sehr deutlich

Fischer legt los! Vier Sätze wie Donnerhall.

„Das Spiel mit dem Ball war sicherlich ungenügend.“

„Dass wir so lange kein Tor erzielen, auf das fehlende Spielglück zu schieben, ist mir zu einfach.“

„Die letzte Gier auf den letzten 30 Metern hat gefehlt.“

„Die Wucht zu entwickeln, um ein Tor zu erzielen, mit der tun wir uns momentan schwer.“

Nach der Peitsche verteilt Fischer dann Zuckerbrot, schließlich will er seine Profis am Donnerstag in Europa und dann am Sonntag in Wolfsburg (19.30 Uhr) mit breiter Brust sehen. Der Trainer: „Die Mannschaft hat wirklich viel aufgewendet. Sie hat immer wieder versucht, Köln hoch anzulaufen und zu stressen.“

Steffen Baumgart ist auch Platzwart ...

Und hatte da – allerdings wie auch der Gegner – ihre liebe Mühe und Not mit dem frisch verlegten Rasen in der Alten Försterei, der eher wie ein oller Flickenteppich aussah. Fischer: „Er wurde am Donnerstag erst verlegt. Wie soll der schon Wurzeln haben, dass da Kontakt ist? Das ist wahnsinnig schwierig. Aber ich wünsche mir schon eine andere Qualität.“

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Das kann richtig gefährlich werden: Der neue Rollrasen in der Alten Försterei schlägt an einer Nahtstelle eine große Welle.
Das kann richtig gefährlich werden: Der neue Rollrasen in der Alten Försterei schlägt an einer Nahtstelle eine große Welle. Matthias Koch/Imago

Dass der Zeitpunkt für neues Grün gerade nicht der allerbeste ist, weiß jeder Platzwart. Und natürlich auch Steffen Baumgart (51). Kölns Coach sprang seinem Trainer-Freund fachmännisch zur Seite: „Ich glaube, dass es im Moment schwierig ist, wenn du einen Rasen verlegst. Dann hat er Probleme anzuwachsen, dann kriegst du keine Feuchtigkeit rein. Gerade bei der Trockenheit. Deswegen war der Rasen für alle gleich stumpf.“

Fischer grinste dankbar und adelte Union-Mitglied Baumgart: „Steffen, du weißt ja fast mehr als ich, muss ich sagen. Wahnsinn. Du bist gut informiert.“ Damit war zumindest der ganz große Frust erst mal verraucht.

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