Tauscht Unions Robin Knoche im Sommer das rote Leibchen der Eisernen mit dem Dress von Werder Bremen? imago/Claus Bergmann

Sie sind keine Rivalen. Derzeit nicht mal mehr in einer Liga. Und doch kämpfen sie seit einiger Zeit munter gegeneinander. Hier Bremens Geschäftsführer Fußball, Frank Baumann, dort Unions Manager Oliver Ruhnert. Sie rangeln um dieselben Kicker. Und kommen sich dabei zuletzt mehrfach in die Quere. Neuster Grund: Unions Abwehrchef Robin Knoche.

Es fing an mit Max Kruse. Die Älteren unter den Unionfans werden sich noch erinnern, der kickte mal für die Eisernen. Als der heutige Wolfsburger im Sommer 2020 unbedingt von Fenerbahce wegwollte, waren die Hanseaten heiß auf eine Rückholaktion. Doch Union schnappte ihnen den Stürmer vor der Nase weg.

Letzten Sommer, Werder war gerade abgestiegen, eisten die Köpenicker Kevin Möhwald von der Weser los und streckten ihre Fühler nach Marco Friedl aus. Seinerzeit bissen die Köpenicker aber bei Werder auf Granit. Selbst der kurzfristige Streik des Abwehrrecken nutzte nichts, die aufgerufene Ablösesumme von 5 Millionen Euro war Union zu hoch für den mittlerweile 24-Jährigen.

Bremen baggert an Unions Knoche

In dieser Spielzeit baggern die Eisernen nun erneut an Bremer Kickern. Wer Ruhnerts Hartnäckigkeit kennt, der weiß, dass manche Transfers für ihn nicht vom Tisch sind, wenn sie beim ersten Mal nicht klappen. Kevin Behrens (Sandhausen) und Sven Michel (Paderborn) kamen ja auch erst im zweiten Anlauf.

Das Interesse an Friedl, der allerdings einen Vertrag bis 2023 bei Werder besitzt, ist nicht erkaltet. Zudem ist Angreifer Marvin Ducksch ins Visier der Köpenicker geraten und auch Friedls Abwehrkollege Milos Veljkovic scheint nicht uninteressant.

Fast drängt sich der Eindruck auf, Bremen sei eine Art Selbstbedienungsladen für die Eisernen. Dass das jedoch keine Einbahnstraße ist, wurde jetzt klar. Weil die Vertragsverlängerung mit Abwehrchef Robin Knoche stockt, ruft nach Informationen der Deichstube Baumann auf den Plan und will den 29-Jährigen als Nachfolger für Ömer Toprak an die Weser locken.

Bremen könnte Union schwächen

Kann natürlich nur im Aufstiegsfall klappen. Knoche käme ja ablösefrei. Und das Gehalt müsste Werder stemmen können. Toprak war seinerzeit mit kolportierten 3,6 Mio. Euro Spitzenverdiener an der Weser, auch wenn er in Liga zwei nur noch die Hälfte kassiert. Nun läuft dessen Vertrag aus und Bremen will sparen. Union eine Korsettstange zu klauen, würde helfen bei der Mission Klassenerhalt und die Eisernen selbst in eine Verlegenheit stürzen.

Natürlich kann in dieser Angelegenheit nicht ausgeschlossen werden, dass Knoches Berater im Hintergrund die Fäden zieht. Und sei es nur, um durch öffentliches Interesse anderer Klubs bessere Konditionen für seinen Schützling herauszuholen. Dabei muss es nicht nur um Kohle gehen. Auch die Laufzeit des Vertrages wäre ein Aspekt, den der 29-Jährige mit einbezieht in seine Entscheidung.

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