Kevin Behrens ist beim 1. FC Union inzwischen mehr als nur ein Ersatzspieler.
Kevin Behrens ist beim 1. FC Union inzwischen mehr als nur ein Ersatzspieler. Imago/Jan Huebner

Beginnen wir mit einem kleinen Rätsel: Welcher Profi des 1. FC Union kam im bisherigen Saisonverlauf in allen Ligaspielen zum Zuge? Robin Knoche? Im Radio würde jetzt ein unerträgliches Geräusch kommen, gefolgt von einem: Falsch, aber danke fürs Mitspielen. Rani Khedira zu nennen, brächte das gleiche Resultat. Die richtige Antwort wäre: Sheraldo Becker. Und, halt: Kevin Behrens!

Überrascht? Sollte eigentlich keiner sein. Logo, als Edeljoker läuft Behrens so ein kleines bisschen unter dem Radar. Aber die Rolle, die er bei den Eisernen einnimmt als potenzieller Gamechanger und nimmermüder Arbeiter in der Schlussphase, scheint für beide Seiten zu passen – für den Verein und den Spieler. Behrens fühlt sich wohl in Köpenick und kann sich getrost ein klein wenig als heimlicher Gewinner der Vorrunde betrachten.

Es ist ja nicht Alltag, dass ein Zweitligastürmer, der erst im vergleichsweise hohen Alter von 30 Jahren in der Bundesliga aufdribbeln darf, da eine echte Rolle spielt. Die hat der mittlerweile 31-Jährige, zu dessen Vorzügen neben einem Torriecher – zwei Buden und eine Vorlage – auch die Arbeit gegen den Ball gehört, aber im Gesamtgefüge bei den Eisernen.

Behrens wird seine Minuten beim 1. FC Union vom Vorjahr übertreffen

Zwar kommt der dreifache Familienvater vergleichsweise selten in der Startelf zum Einsatz. Aber auch dort sind schon drei Kicks notiert. Also einer mehr als in der Vorsaison. Und wenn man die genaue Minutenanzahl betrachtet, stehen dort jetzt schon 440 zu Buche. Womit klar wird, dass er nach Lage der Dinge seine Vorjahresbilanz von nur 476 Minuten übertreffen sollte im weiteren Saisonverlauf.

Schon in der Vorsaison war der gebürtige Bremer auf dem Weg, mehr aus seiner Situation zu machen. Doch die Nachwirkungen einer Corona-Infektion warfen ihn zurück. Und als diesen Sommer der eine oder andere Bundesligist sein Interesse signalisierte, war schnell klar, dass sich Behrens damit nicht befassen würde und nicht wie beispielsweise Andreas Voglsammer sein Heil in der Flucht suchen möchte.

Im Sommer läuft der Vertrag von Behrens beim 1. FC Union aus

Zahlte sich für den 1. FC Union aus. Gegen Augsburg beim 2:2 half sein Treffer, einen Punkt zu sichern. Und beim erst in der siebten Minute der Nachspielzeit errungenen 2:1 gegen Mönchengladbach hatte Behrens ja auch eine Bude gemacht. Auch in all den anderen acht Pflichtspielen in Europa und im nationalen Cup kam er zum Einsatz, köpfte die Eisernen in Runde eins des DFB-Pokals in Chemnitz (2:1) in der Verlängerung weiter.

Nun will er nach der Winterpause bei den Eisernen noch mal angreifen. Und man darf getrost die Frage stellen, was im Sommer passiert. Der Vertrag des dann 32-Jährigen läuft ja zum Saisonende aus. Eigentlich sollte einer weiteren Zusammenarbeit beidseitig nicht viel im Wege stehen. Wobei ihm natürlich auf Basis der Ablösefreiheit noch ein lukratives Angebot ins Haus flattern könnte. Es bleibt spannend.

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