Brüllend vor Schmerzen hält sich Max Kruse das rechte Knie.  Foto: Matthias Koch

Es war die dritte Minute der Nachspielzeit beim Derby im Olympiastadion (1:3), als das Drama seinen Lauf nahm. Das Spiel war gelaufen, Max Kruse versuchte den Ball noch einmal nach vorne zu treiben, als er ohne Feindeinwirkung im Rasen hängen blieb. Niklas Stark, der hinter ihm lief, versuchte abzubremsen. Maximal touchierte er den eisernen Angreifer am Gesäß. Aber es war keine böse Absicht des Herthaners zu erkennen. 

Die Folgen waren dennoch fürchterlich. Kruse hielt sich das rechte Knie, wälzte sich mit Schmerzen auf dem Rasen und musste gestützt von zwei Betreuern vom Spielfeld humpeln. 

Angesichts der Bilder ist kaum zu vermuten, dass der Ex-Nationalspieler im Heimspiel am kommenden Sonnabend (18.30 Uhr) gegen den FC Bayern mitwirken kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sogar noch länger passen muss, scheint groß. 

Kruse wird als Verbindungsspieler fehlen

Den ganzen Tag lang hieß es warten. Urs Fischer erging es dabei so wie allen anderen in der Stadt. Entwarnende Worte suchte man bei Instagram, Kruses Lieblingsspielort zum Verkünden von allerlei Neuig- und Belanglosigkeiten, vergeblich. Der sonntägliche TV-Termin im Doppelpass für Kruse wurde abgeblasen. 

Am Spätnachmittag dann die Diagnose: Zum Glück kein Kreuzbandriss. Aber die in der Charité festgestellte Muskelverletzung am hinteren rechten Oberschenkel heißt dennoch Pause bis mindestens Weihnachten. Alles nicht schön! 

Ausgerechnet Kruse. Nirgends gilt dieses im Sportjournalismus inflationär gebrauchte Wort so sehr wie jetzt bei ihm. „Wenn es so sein sollte, gilt es, ihn zu ersetzen. Etwas anderes bleibt uns nicht übrig“, sagte Fischer, der jedoch Kruses Bedeutung für das Unioner Offensivspiel nochmals hervorhob: „Er ist der Verbindungsspieler, der uns gefehlt hat. Derjenige, der immer mal wieder für das Kreative und Außergewöhnliche da ist.“