Max Kruse bedankt sich bei den mitgereisten Union-Fans nach dem 1:0-Pokalsieg bei Türkgücü München. Imago

Viel besser hätte Max Kruse den sportlichen Olympia-Frust nicht verarbeiten können. Der Offensivstar des 1. FC Union Berlin demonstrierte beim 1:0 (1:0) im ersten Pflichtspiel in der neuen Saison durch seinen Siegtreffer gegen Türkgücü München einmal mehr seine Ausnahmestellung für den Europapokal-Teilnehmer.

„Max hat mit drei Spielen bei Olympia einen gewissen Rhythmus und hat sehr gut trainiert“, begründete Trainer Urs Fischer, warum er den Leader nach nur wenigen Einheiten gleich wieder in die Startelf befördert hatte.

Max Kruse kommentiert Pokalsieg nüchtern 

Ärgerliche Tokio-Tage liegen hinter Kruse und Cedric Teuchert, der in der ersten Pokal-Runde am Sonntag wegen Fitness-Rückstands noch nicht im Kader stand. Zwar schwärmte Kruse, der mit einem öffentlichen Heiratsantrag aufhorchen ließ, schon von einem „unfassbar geilen Erlebnis“ bei den Sommerspielen. Er war von „vielen tollen Sportarten“ und „vielen tollen Athleten“ beeindruckt. Aber unter dem Strich blieb das ernüchternde Vorrunden-Aus für die Olympia-Fußballer.

Umso wichtiger dürfte es selbst für den Routinier gewesen sein, gleich mit einem Erfolgserlebnis des Clubs zu starten. „Wir sind heute nicht in Schönheit gestorben, aber das war auch nicht die Aufgabe“, sagte Kruse. „Wir sind weiter und alles weitere interessiert uns nicht.“

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Union und Marvin Friedrich mussten beim Drittligisten Türkgücü München ordentlich dagegenhalten, um die erste Runde zu überstehen. 

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Die neue Saison beginnt dabei so, wie die alte aufgehört hat: Mit einem Kruse-Siegtor. Dabei ist An der Alten Försterei eigentlich sehr vieles neu. Von einem Dutzend neuer Profis durften nur Timo Baumgartl, Andreas Voglsammer und Rani Khedira sowie der zuletzt ausgeliehene und jetzt fest verpflichtete Taiwo Awoniyi von Beginn an ran. Letzterer bereitete auch den Kruse-Treffer zum standesgemäßen Erstrunden-Erfolg beim Drittligisten vor. Als Einwechselspieler schnupperten Kevin Behrens und Genki Haraguchi erstmals eiserne Pflichtspiel-Luft. 

Unions Fischer staunt über Torwart-Frage 

„Wir haben zwölf neue Spieler bekommen, das braucht einfach auch seine Zeit“, sagte Fischer. Als er auf den Platz im Tor, für den er wie in der letzten Saison Andreas Luthe und nicht Neuzugang Frederik Rönnow aufbot, und die Frage nach der Nummer 1 angesprochen wurde, staunte der Schweizer Trainer. „Die Frage überrascht mich. Das war eigentlich von unserer Seite her klar“, sagte der 55-Jährige. „Natürlich wäre Fredi froh gewesen, wenn er die Nummer 1 versprochen bekommen hätte – hat er aber nicht.“

Rönnow mache seine Sache gut und nehme die Herausforderung an, lobte Fischer. Aber Grund für einen Wechsel im Tor gebe es nicht. „Andi hat eine tolle letzte Spielzeit gespielt, darum haben wir uns die Frage gar nicht gestellt.“ Luthe wird demnach auch beim Bundesliga-Start am Samstag gegen Bayer Leverkusen im Tor stehen – und Kruse wieder auf Torejagd gehen.

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