Rudelbildung nach dem Abpfiff. Leverkusens Nadiem Amieri (Nr. 11) versucht an Florian Hübner (l.) heranzukommen, weil er dringenden Gesprächsbedarf sieht mit Unions Innenverteidiger.  Foto: Michael Hundt

Eigentlich möchte man in Köpenick dieser Tage nur ausgelassen jubeln. Doch was ist schon normal in Coronazeiten, in denen die Stadien verwaist sind und man jedes Wort hört. Auch solche, die auf dem Platz nichts zu suchen haben.

Dass es zu Worten unter der Gürtellinie gekommen sein muss beim Spiel des 1. FC Union gegen Leverkusen, ist unstrittig. Nur was genau vorgefallen war zwischen Florian Hübner und Nadiem Amiri, ist ungewiss. Auch Nicht-Mal-Ohrenzeuge Jonathan Tah hat ja das Streitgespräch nur aus zweiter Hand mitbekommen. Die Delinquenten schweigen. Bekannt ist nur, dass der deutsche Nationalspieler die Entschuldigung des Union-Profis angenommen hat. 

Eine Anklage, die auf Hörensagen beruht, bewegt sich auf dünnem Eis. Diskussionswürdig wäre vielleicht auch, ob „Scheiß Afghane“ rassistisch ist oder eine arg unschöne Beleidigung. Wo ist die Grenze im leider branchenüblichen Trashtalk?

DFB ermittelt 

Licht ins Dunkel könnte wohl nur der DFB bringen. Der Kontrollausschuss forderte eine Stellungnahme an.

Sollte Hübner für schuldig befunden werden, droht ihm neben einer saftigen Geldstrafe nach Paragraph 9 der DFB-Rechts-und Verfahrensordnung auch eine mehrwöchige Sperre. Unter fünf Spielen wird es da wohl nicht ablaufen. Doch bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung!