Jung, talentiert und direkte Konkurrenten: Petar Musa und Leon Dajaku (r.). Foto: Imago/Contrast/Oliver Behrendt

Leon Dajaku kam mit einigen Vorschusslorbeeren, trotz seiner erst 19 Lenze. „Leon ist ein hoch veranlagter junger Spieler, der seine Fähigkeiten nicht nur im Nachwuchs, sondern auch im Herrenbereich unter Beweis gestellt hat. Leon ist schnell, technisch veranlagt und in der Offensive flexibel einsetzbar. Deshalb sind wir überzeugt, dass er bei uns die nächsten Entwicklungsschritte gehen kann und uns auch in der Bundesliga weiterhelfen wird“, kommentierte  Unions Manager Oliver Ruhnert das Leihgeschäft.

Das mit dem Weiterhelfen scheint aber so eine Sache. Zuletzt stand die Leihgabe des FC Bayern zweimal in Folge nicht im Kader. Insgesamt sind nur 35 von 630 möglichen Einsatzminuten für den Offensivallrounder notiert. Witzigerweise genau eine Minute mehr als in seinen vier Kurzeinsätzen zuvor beim VfB Stuttgart oder dem Rekordmeister.

Er darf sich nicht verunsichern lassen, wenn ihm mal was nicht gelingt

Urs Fischer über Leon Dajaku

Der Grund? „Wehwehchen waren es sicherlich nicht“, verriet Trainer Urs Fischer auf Nachfrage. Es sei auch die Frage nach der Bindung zum Team. „Bei ihm braucht es einfach noch ein bisschen Zeit. Im Moment gelingt ihm ein bisschen wenig im Training. Auch unter der Woche, daran muss er arbeiten. Er darf sich nicht verunsichern lassen, wenn ihm mal was nicht gelingt“, so Fischer weiter, der aber mit dem großen Talent in ständigem Austausch sei. „Manchmal ist die Entscheidung eben sehr eng. Da fehlt nicht viel. Jetzt hat es zweimal Leon getroffen. Ich habe mit ihm gesprochen. Er weiß, woran er arbeiten muss“, so der 55-Jährige.

Ähnlich klingt das bei dem drei Jahre älteren Petar Musa, der aber immerhin in den letzten vier Partien jeweils eingewechselt wurde und schon 93 Minuten im Dress der Eisernen auf dem Feld stand. Wobei der Kroate vor allem gegen Hoffenheim - vorsichtig ausgedrückt - keinerlei Wirkung hatte. 

Fischer plädiert für Geduld bei Musa

Was Fischer nicht daran hindert, ihn wider besseren Wissens trotzdem in Schutz zu nehmen. Der Schweizer haut eben öffentlich keinen seiner Kicker in die Pfanne. „Musa fand ich gut. Man kann nicht das Gefühl haben, dass ein Spieler innerhalb von zwei, drei, vier Wochen voll integriert ist in eine Mannschaft, die seit Saisonbeginn zusammenwächst“, so sein Plädoyer für Geduld mit der Leihgabe von Slavia Prag. Die Bindung fände immer besser statt. „Langsam  weiß er auch, wie unsere Automatismen funktionieren. Er ist auf einem guten Weg“, sagte der Schweizer.

Klingt nicht so, als ob das die Chancen von Dajaku verbessert. Zumal ja auch Max Kruse und Joel Pohjanpalo zurück sind im Angriff. Zwar läuft das Leihgeschäft über eineinhalb Jahre bis zum Sommer 2022, aber Dajaku hatte schon kurz nach seiner Verpflichtung verkündet, dass er noch in diesem Sommer abwägen wolle, ob er tatsächlich so lange bleibe. Beim FC Bayern hätte er wenigstens in der 3. Liga Matchpraxis sammeln können. Das geht bei Union ja mangels einer zweiten Mannschaft nicht.