Lino Tempelmann vom SC Freiburg hat große Mühen, Unions Joel Pohjanpalo zu stoppen. Der Finne kommt immer mehr an in Köpenick. Foto: Matthias Renner/City-Press

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, weiß der Volksmund. Folglich sammeln die Eisernen weiter fleißig Punkte gegen den Abstieg. Mit dem Unterschied, dass das gar nicht so mühsam aussieht. Eher so, als ob man gerade ein klein wenig unter seinen Möglichkeiten bleibt. 

Wenn man einen ganz kritischen Maßstab anlegt, haben die Köpenicker in den ersten fünf Spielen der Saison schon fünf Punkte liegen lassen. Einen zum Auftakt gegen Augsburg, zwei auf Schalke und nun wiederum zwei gegen den SC Freiburg. 

Tut weh? Jein. Muss es nicht. Klar, jedes weitere Pünktchen mehr wäre schöner. Aber erstens ist der Keller immer noch weit weg und andere Mannschaften bewerben sich gerade hochgradig darum, hinter den Köpenickern einzukommen. 

Zweitens ist zudem anschaulich zu bewundern, dass die Elf von Trainer Urs Fischer immer noch in einer Findungsphase ist. Max Kruse ist gerade erst dabei, seine volle Fitness zu bekommen. Joel Pohjanpalo  hat schon erstaunlich viel Bindung, obwohl er gerade erst eine volle Woche das Training von Urs Fischer genießen konnte. Und Marvin Friedrich schickt sich echt an, torgefährlicher zu werden und sein Versprechen von deutlich mehr Buden wahr zu machen. Auch wenn er gegen die Breisgauer leer ausging. Zudem langt es für die Gegner nicht mehr, wie in der Vorsaison nur den Toptorjäger Sebastian Andersson aus dem Spiel zu nehmen, weil derzeit alle Mannschaftsteile Lust auf Tore haben. Sieben Schützen teilen sich die acht Buden auf.

Urs Fischer machte den größten Unterschied zwischen den Seinen und den Badenern in den vielen  Jahren der Breisgauer Erstklassigkeit aus. Nun schickt er sich an, die Eisernen fest in Deutschlands Eliteklasse zu etablieren. Es wächst da was in Köpenick. Etwas, das Spaß macht. Auch fußballerisch. Und das seinem Anhang, so denn nichts Außergewöhnliches passiert, eine sorgenfreie Saison bescheren wird.