Kingsley Coman vom FC Bayern München kann sich wieder einmal nicht gegen Unions Julian Ryerson durchsetzen.  
Kingsley Coman vom FC Bayern München kann sich wieder einmal nicht gegen Unions Julian Ryerson durchsetzen.   Imago/Eibner/ Uwe Koch 

Wenn der Trainer des Gegners angesäuert ist, muss man einiges richtig gemacht haben. Julian Nagelsmann gefallen zwar Dienstreise nach Köpenick („Cooles Stadion,  coole Fans, cooler Klub, und cooler Urs“), weniger gefiel ihm das Ergebnis. „Letzte Woche haben wir zwei Punkte verschenkt, diesmal zwei verloren“, sagte der Trainer des FC Bayern nach dem 1:1 (1:1) am Sonnabend beim 1: FC Union.

Des einen Leid, des anderen Freud. Die Stimmung war beim 1. FC Union natürlich um einiges gelöster. Schließlich war der verdiente Punktgewinn gegen den Branchenprimus nicht vom Himmel gefallen, sondern  hart erarbeitet worden. "Unser Matchplan ist wieder total aufgegangen. Wir haben ihnen wenig Räume gelassen. Haben uns in der Kette nicht locken lassen. Das machen sie gerne. Für uns Außen war es jetzt ein bisschen ungewohnt, nicht vorzudecken, sondern eher in der Linie zu bleiben. Aber das musst du eben gegen die Bayern machen, sonst spielen sie dich auseinander", freute sich Christopher Trimmel über Saisonpunkt Nummer elf und das Zwölfte Ligaspiel in Folge ohne Niederlage. 

„Das war ein Superspiel gegen eine Topmannschaft, gegen die beste Mannschaft in Deutschland. Das die Chancen haben werden, war klar. Der Ausgleich war ein bisschen Pech. Er schießt mir zwischen die Beine, ich fälsche den dann auch noch ab. Aber wenn du gegen die Bayern nichts zulässt, bist du eine Top-Top-Mannschaft“, freute sich der Burgenländer. 

Unions Ryerson entnervt Bayerns Coman

Ähnlich sah das Julian Ryerson, der Kingsley Coman nahezu abgemeldet hatte. Man hatte das Gefühl, der Siegtorschütze des Champions-League-Finales von 2020 hätte am Spiel nicht teilgenommen. „Deine Version, nicht meine“, musste der Norweger dennoch grinsen. „Viele Zweikämpfe, viele Eins gegen Eins und am Ende gut verteidigt“, so der norwegische Nationalspieler, der den Franzosen mit kleinen Nickligkeiten entnervte. „Das gehört dazu“, meinte Ryerson.  „Das sind vielleicht keine Ergebnisse, die einen Abstiegskampf auszeichnen, aber es ist erst mal wichtig, dass wir die Punkte gesammelt haben, bevor jetzt die harte Periode mit den ständigen englischen Wochen anfängt." 

Natürlich ist es schwierig, so ein Spiel zu genießen, wenn man zwischenzeitlich so leiden muss! Und das mussten die aufopferungswillig kämpfenden Unioner durchaus. „Ist schon schwierig. Aber wenn du die Atmosphäre drumherum siehst, und wie wir miteinander kämpfen, das macht dann schon etwas mit einem. Und wenn nicht im Spiel, hinterher genießen wir das auf jeden Fall“, sagte Ryerson weiter. 

Unions Trainer Fischer mit Lob, aber auch mit Kritik

Auch Trainer Urs Fischer zollte seiner Truppe im Allgemeinen und Torwart Freddy Rönnow („Er hatte heute einige big saves“) im Speziellen ein hohes Lob. "Sie waren vielleicht näher dran am Sieg, aber ich glaube, dass wir in der defensiven Leistung ein Topspiel gezeigt haben. Obwohl die Bayern 70 Prozent Ballbesitz hatten, waren wir nie passiv,  ließen uns auch nicht locken. Die Ketten haben gut zusammengearbeitet", unterstrich  Fischer, der dennoch einen Kritikpunkt hervorgehoben wissen wollte. 

„Wir hatten immer wieder gute Balleroberungen, waren danach aber zu nervös, zu unpräzise. Da haben wir uns das Leben unnötig schwer gemacht“, so der Schweizer. 

Wurscht am Ende. Denn der Punkt stand. Zum Ärger von Julian Nagelsmann.

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