Christopher Trimmel (r.) scherzt im österreichischen Trainingslager mit Stuttgarts Profi Sasa Kalajdzic. Imago/GEPA Pictures

Am Mittwochabend kam Christopher Trimmel (34) im Trikot der österreichischen Nationalmannschaft zu seinem zwölften Länderspieleinsatz. Der Rechtsverteidiger des 1. FC Union, der jüngst seinen Vertrag bei den Eisernen verlängerte, träumt von seiner ersten EM mit seinem Heimatland. Exklusiv im KURIER spricht der Burgenländer über ...

... das Adler-Tattoo, das Brust und Bauch schmückt

Das ist ein Motiv, das wir in Anlehnung an den burgenländischen Adler entwickelt haben. Der ist dem Bundesadler schon ähnlich, aber doch etwas anders. Ich hatte schon überlegt, ihn in Rot zu stechen, aber das wäre dann schon etwas extrem gewesen.

... die Erfüllung eines Lebenstraums

Es war ja schon ein Wahnsinn, dass ich 2019 nach über neun Jahren wieder in die Nationalmannschaft zurückgekehrt bin. Schon da ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Dass ich nun regelmäßig dabei bin, jetzt sogar an einem großen Turnier teilnehme, werde ich wohl tatsächlich erst später realisieren. Ich kann das noch gar nicht richtig fassen.

… seine aktuelle Stimmungslage

Auch für meine Familie ist das ganz was Besonderes, wie sich bei der Reaktion auf meine Nominierung gezeigt hat. Natürlich ist die Basis, dass man für seinen Klub, in meinem Fall für den 1. FC Union, spielt und Leistung bringt. Aber dass man nun zu den 26 besten Spielern seines Landes zählt und an einer Europameisterschaft teilnehmen darf, ist für mich die Bestätigung, dass ich in den vergangenen Jahren doch sehr viel richtig gemacht habe. Man gibt alles, haut sich rein, und wenn es am Ende auf diese Weise belohnt wird, ist das der Wahnsinn.

… die Heim-EM 2008

Ich war immer ein Fan der österreichischen Nationalmannschaft, das war immer pure Unterstützung. Auch wenn die Ergebnisse mal nicht so gut waren und man gesehen hat, dass einige Nationen uns voraus waren. Ich war ja auch bei der EM 2008, für die sich Österreich als Co-Gastgeber qualifiziert hatte, voller Leidenschaft dabei, war auf der Fanmeile.

... die Rolle von Red Bull am österreichischen Aufschwung

Das wurde zu Beginn heftig kritisiert, klar, und das aus unterschiedlichsten, durchaus nachvollziehbaren Gründen. Aber letztendlich ist es so: International spielt Red Bull Salzburg für Österreich in der Fünfjahreswertung wichtige Punkte ein, nur so ist die Liga zu zwei Qualifikationsplätzen für die Champions League gekommen. Es wird also sehr gute Arbeit gemacht in Salzburg, auch in Verbindung mit RB Leipzig, das steht außer Frage. Aber es gibt ja auch Beispiele, dass gute Spieler von Red Bull nicht zwangsläufig nach Leipzig gehen.

Vor knapp zwei Wochen feierte Christopher Trimmel (3. v. r.) mit den Union-Kollegen die Qualifikation für die Conference League. Matthias Koch

... seine Rolle in der Nationalmannschaft, die ganz anders als bei Union ist

Sicher, da gibt es Unterschiede. Aber auch in der Nationalmannschaft versuche ich Verantwortung zu übernehmen. Das kann man auch als Ergänzungsspieler, es geht ja auch bei einer Nationalmannschaft um die Stimmung im Team. Und ich will auch da eine positive Energie einbringen. Fakt ist, dass Stefan Lainer (spielt bei Borussia Mönchengladbach, Anm. d. Red.) auf meiner Position in den vergangenen Jahren gute Leistungen gebracht hat. Aber was ist, wenn einer verletzt ist? Dann muss man bereit sein. Es bringt jedenfalls nichts, stinkig zu sein.

... seine gestiegenen Chancen nach der starken Saison mit den Eisernen

Ich habe sicherlich ein paar Punkte gesammelt. Aber letztendlich muss das der Teamchef entscheiden. Ich bin nun mal kein Typ, der irgendetwas fordert, Ansprüche stellt. Und ehrlich: Ich bin der Erste, der Lainer gratuliert, wenn er ein gutes Spiel gemacht hat.

... eine EM, die an vielen verschiedenen Orten stattfindet

Das fühlt sich erst mal bestimmt eher wie Champions League denn wie Europameisterschaft an. Aber das ist eben nun mal so. Ich bin einfach nur froh, dass wir auch wieder vor Zuschauern spielen werden. Das war ja schon beim Saisonfinale mit Union gegen Leipzig so: Auch wenn es nur 2000 waren, das hat sich großartig angefühlt.