Umjubelt: Max Kruse Foto: dpa/Hilse

Was ein vogelwilder Kick. Blitzstart, Doppelschlag, dann Rückstand und doch noch einen Punkt gerettet, dank Max Kruses Traumtor. Unions 3:3 (2:2) gegen Eintracht Frankfurt war höchst unterhaltsam, aber nichts für schwache Nerven! 

Wow! Was ein Blitzstart der Eisernen. Sicherlich begünstigt durch Frankfurts Keeper Kevin Trapp. Aber das juckte keinen an der Wuhle. Der SGE-Schlussmann ließ eine Hereingabe von Marcus Ingvartsen von der Brust nach vorne abprallen und Robert Andrich war zu Stelle und schob im Nachsetzen zum 1:0 (2.) ein.

Vier Minuten später klingelte es erneut im Kasten der Hessen. Diesmal vom Punkt, wo Max Kruse nach einem Foul an Taiwo Awoniyi sich den Schlussmann der Eintracht ausguckte und cool zum 2:0 verwandelte (6.). Schon sein fünfter Saisontreffer! Ein Träumchen.  

Eintracht Frankfurt völlig von der Rolle

Und es hätte noch besser werden können. Nur hatte Awoniyi zwei Mal nicht das Glück des Tüchtigen (11./14.). Nach nicht mal 15 Minuten hätte die Partie durch sein können. Die Eintracht war völlig von der Rolle! Und Urs Fischer im direkten Duell mit Adi Hütter beim elften Aufeinandertreffen auf dem scheinbar sicheren Weg zu seinem sechsten Sieg gegen den Trainer-Kollegen.  

Doch Fußball ist kein Wunschkonzert. Nach 24 Minuten dann so etwas wie ein Lebenszeichen der Gäste. Doch da traf Filip Kostic seinen Kollegen Bas Dost mit voller Wucht und nicht in die Maschen. Wenig später machte es Andre Silva besser, verkürzte auf 1:2 (27.). Auf einmal war die Partie wieder offen. Unnötigerweise! Und es kam noch schlimmer. Wieder war der Portugiese zur Stelle, diesmal per Kopf - 2:2 (37.). Ein vogelwildes Spiel.

Munter ging es nach der Pause weiter. Robin Knoche hatte die erneute Führung auf dem Fuß (49.). In der Folge verzweifelte Urs Fischer mehrfach an der Seitenlinie, weil Sheraldo Becker bei seinen Hereingaben mehrfach unpräzise war und so gute Möglichkeiten liegengelassen wurden. Auch die Gäste hatten die drei Zähler noch nicht aufgegeben. Erneut war es Silva der nach einer Ecke das Ziel knapp verfehlte (68.).

Max Kruse macht den 3:3-Ausgleich. Foto: City-Press

So blieb es beim Zittern, beim Warten auf Fehler des Gegners. Und der unterlief den Eisernen. Kamada  entwischte bei einer seiner wenigen guten Momente in der Mitte, fand Bas Dost und der das Tor zum 2:3 (79.). Bitter! 

Sollte es das gewesen sein? Nein! Denn Union hat ja noch Max Kruse. Querpass Trimmel, mit Wucht aus 20 Metern draufgehalten, der Ball zappelte zum 3:3  im Eck (82.). Ein Traumtor! Saisontreffer Nummer 6!  Und beinahe hätte der eingewechselte Marius Bülter sogar noch das Siegtor geköpft (90.).

Union: Die Serie hält

Kruse musste am Ende über den Kick schmunzeln: „Es ging heute ein bisschen hin und her. Aber solche Spiele müssen auch mal sein. Das tut dem Fußball gut. Macht auch uns Spielern Spaß. Zumindest uns offensiven. Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Aber wenn man so spielt und sogar noch das 2:3 kassiert, dann ist man am Ende froh über den Ausgleich.“

Die Serie hält. Es war bereits das achte Spiel in Folge, in denen die Eisernen nicht zu bezwingen waren. Vereinsrekord! Doch lieber hätte Fischer den vierten Rekordsieg in Serie gejubelt. Und der wäre möglich gewesen.