Möchte so schnell wie möglich die Trainingsklamotten gegen die Spielkleidung tauschen: Josip Juranovic, der jüngste Neuzugang des 1. FC Union.
Möchte so schnell wie möglich die Trainingsklamotten gegen die Spielkleidung tauschen: Josip Juranovic, der jüngste Neuzugang des 1. FC Union. Matthias Koch/imago

Es ist die spannendste Frage vor dem Gastspiel des 1. FC Union bei Werder Bremen an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sky): Lässt Trainer Urs Fischer seinen WM-gestählten und Messi-erprobten Neuzugang Josip Juranovic von der Leine und wirft ihn an der Weser ins kalte Wasser oder muss der 27-fache kroatische Nationalspieler erst einmal in die Warteschleife?

Fischer ist für gewöhnlich ein Freund davon, dass sich Frischlinge im Team erst einmal akklimatisieren sollen. Viele Einheiten konnte Juranovic (27) ja noch nicht mit seinen neuen Kollegen absolvieren. Aber an der Klasse des WM-Dritten besteht bei ihm kein Zweifel.

„Die ersten Eindrücke sind vielversprechend. Er will sich zeigen, ist aktiv. Aber nach zwei oder drei Einheiten einen Spieler komplett zu beschreiben, dafür war die Zeit nicht ausreichend. Aber was ich gesehen habe, ist gut. Er ist ein Spieler, der sich immer wieder nach vorne einschaltet. Der eine gute Geschwindigkeit hat, aber auch zu verteidigen weiß“, sagte der Schweizer Fußballlehrer.

Startelfdebüt für den 1. FC Union? Fischer grübelt noch

Fit ist Juranovic, den der 1. FC Union als Ersatz für den nach Dortmund abgewanderten Julian Ryerson verpflichtet hat. „Er hat mit Celtic Glasgow letzten Mittwoch noch 90 Minuten gespielt. Da brauchst du keine Vorbereitung mehr. Der ist im Schuss“, lieferte Fischer sich selber ein Argument für ein Blitz-Debüt des Kroaten an der Weser.

Nicht das einzige, auch wenn der 56-Jährige sich wie immer nicht wirklich in die Karten schauen lassen wollte. „Eine Vorbereitung haben wir nicht mehr. Am Schluss geht es darum, auf Minuten zu kommen. Und groß Möglichkeiten, ihn heranzuführen, bestehen ja in diesen Englischen Wochen nicht. Es ist auch eine Möglichkeit, dass wir einen Spieler mal ins kalte Wasser werfen“, so Fischer vielsagend.

Wird Juranovic auch beim 1. FC Union zum Elfmeterschützen?

Ein weiterer Vorzug des 1,73 Meter großen Schienenspielers ist zudem seine Fähigkeit vom Punkt. Daran hat es bei den Eisernen in dieser Saison ja kräftig gemangelt. Fünf von sechs Elfmetern versenkte Juranovic in den letzten beiden Spielzeiten. Darunter übrigens einen Treffer in Leverkusen im November 2021, als Celtic in der Europa League im Rheinland (2:3) gastierte.

Dass Fischer diesen Aspekt mit auf der Rechnung hat, machte er deutlich: „Wir haben das nach dem Spiel gegen Hoffenheim angesprochen und auch entsprechend geübt. Die Möglichkeit besteht, dass er auch als Elfmeterschütze infrage kommt“, meinte der Schweizer.

Für die Warteschleife würde aber sprechen, dass Christopher Trimmel beim 3:1-Erfolg gegen Hoffenheim groß aufspielte und Danilho Doekhi punktgenau zwei Treffer auf den Schädel servierte. Mit seinen in dieser Saison schon vier Vorlagen scheint er an seine besten beiden Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 anzuknüpfen, als für ihn in der Liga insgesamt 21 Assists verbucht worden sind. Den jetzt draußen lassen? Schwer vorstellbar.

Beim 1. FC Union soll Juranovic Entlastung und Konkurrenz für Trimmel sein

Auf Sicht aber wird das öfter mal passieren. „Ich hoffe, dass Juranovic sowohl Konkurrenz und auch Entlastung für Trimmel sein kann. Ich habe hinten die Qual der Wahl. Aber das ist mir lieber als andersherum“, so Fischer. Vielleicht noch nicht in Bremen als Startelfspieler. Als Einwechsler aber schon. Um Minuten zu kriegen.

Und der nächste Kick steht mit dem Derby am Sonnabend bei Hertha ja auch schon vor der Tür. Derbygeprüft ist Juranovic ja schon durch das Glasgower Old Firm zwischen Celtic und den Rangers oder das Warschauer Stadtduell zwischen Polonia und Legia.

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