Hier jubelt Keita Endo (l.) über einen Treffer im Yokohamer Stadtderby zwsichen den Marinos und dem FC. Foto: imago images / AFLOSPORT

Der Erste war ein Noboddy (Yuzuru Okuyama), bestritt nur sieben Viertligaspiele für die Eisernen. Der Zweite (Atsuto Uchida) war ein Superstar in Fernost. Doch richtig Fuß fasste der Rechtsverteidiger (nur zwei Spiele 17/18) auch nicht in Köpenick. Werden nun beim Transfer von Keita Endo Endorphine ausgeschüttet? Beim 1. FC Union ist man überzeugt davon, dass der 22-jährige Linksaußen den Konkurrenzkampf im Kader mächtig anfachen wird. 

„Wir haben Keita Endo lange beobachtet und freuen uns, dass er sich für den Schritt nach Köpenick entschieden hat. Keita ist ein sehr interessanter Spieler mit tollen Anlagen, der uns mit seiner Schnelligkeit und Technik weiterhelfen kann", kommentierte Manager Oliver Ruhnert das Leihgeschäft. 

Der 1,75 m große Linksaußen Endo kommt vom amtierenden japanischen Meister Yokohama F. Marinos. Das Wappen des vierfachen japanische Meisters zieren Anker und Möven als Homage an die Hafenstadt. Auch das Marinos - abgeleitet vom spanischen Wort für Matrosen - weist darauf hin. In Köpenick will der zweimalige Nationalspieler nun in den kommenden zwölf Monaten vor Anker gehen.  Wenn alle Seiten damit glücklich werden, kann Union im Sommer 2021 eine Kaufoption ziehen. 

Bei der blauen Samurai genannten Nationalmannschaft gilt Endo als Perspektivspieler. Bei der nicht zum Fifa-Pflichtspielkalender gehörigen Ostasienmeisterschaft feierte er im Dezember 2019 sein Debüt. 

Natürlich bleibt die Frage, wie schnell Union den zumeist über die linke Seite kommenden Flügelflitzer integrieren kann. Ein Jahr ist dabei aber kein so langer Zeitraum, auch wenn Japaner gemeinhin sehr eifrig versuchen, die Sprache und Kultur ihrer Brötchengeber schnellstens zu verinnerlichen. Die besondere Atmosphäre der Alten Försterei wird er aber in den kommenden Monaten kaum so richtig kennen lernen können. 

Endo, dessen Zahl von Followern bei Instagram mit knapp über 1000 noch recht übersichtlich ist, muss in erster Linie als Konkurrenz für Marius Bülter und Joshua Mees verstanden werden. Der in Berlin lebende japanische Sportjournalist Tatsuro Suzuki sieht in ihm einen starken Konterspieler. Die Marinos sind eher bekannt für Ballbesitzspiel. Man darf gespannt sein, ob er dem eisernen, gegen den Ball orientierten Spiel neue Nuancen verleiht.