Evan Ndicka (l.) nickte mit seinem Schädel zum 2:1 gegen den 1. FC Union in der 95. Minute ein. Foto: AFP/Daniel Roland

Wie bitter ist das denn? Der 1. FC Union verliert 1:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt - in aller letzter Sekunde! Es läuft die 95. Minute der Nachspielzeit: Eintrachts Filip Kostic flankt von links und Evan Ndicka köpft zum 2:1 ein. Unions Torwart Luthe streckt sich vergeblich. Eine ganz fiese Niederlage war perfekt.

Was für ein irres und am Ende unglückliches Spiel für die Eisernen. Eintrachts Trainer Oliver Glasner hatte Union noch vor dem Spiel gelobt: „Physisch ist Union wohl die stärkste Mannschaft der Bundesliga.“ Doch das galt wohl nicht für die erste Halbzeit. Das Euro-Programm mit den Reisestrapazen nach Israel und zurück zeigte Wirkung.

Frankfurt, das ein 2:2-Heimspiel gegen Royal Antwerpen hinter sich hatten, stürmte dagegen mit voller Kraft. Und den ersten Schrecken gab es in der 7.Minute. Robin Knoche mit ungewohnt schwachem Querpass. Daichi Kamada fing den Ball ab und passte steil zu Rafael Santos Borré, der aus 15 Metern traf. Glück für Union, der Kolumbianer stand im Abseits.

Fast überrollt in der 1.Halbzeit

Der frühe Warnschuss änderte aber nichts daran, dass die Eisernen sich nicht richtig befreien konnten. In der 22. Minute war es dann so weit. Filip Kostic trat eine Ecke und Christopher Trimmel lenkte den Ball zu Djibril Sow. Und der hämmerte den Ball aus 14 Metern in die Maschen zum 1:0.

Auch danach kam von den Unionern nicht viel, die sonst so gefährlichen Konter blieben aus – zu viele Fehlpässe. Trainer Urs Fischer feuerte an der Seitenlinie seine Spieler immer wieder an, doch es half nicht viel. Irgendwie spürten alle die müden Knochen. Zur Halbzeit hätten die Köpenicker schon höher zurückliegen können, doch die Frankfurter Kamada (25.), Kristijan Jakic (29.), Kostic (36.) und Borre (41.) vergaben ihre Torchancen.

Kruse trifft vom Punkt

Nach der Pause bemühten sich die Eisernen, das Tempo erst mal aus der Partie zu nehmen und verwalteten den Ball in der eigenen Hälfte. Klappte auch! Und dann tasteten sich die Rot-Weißen mal wieder nach vorne. In der 61. Minute tut Frankfurts Evan Ndicka Union den Gefallen und trat Taiwo Awoniyi im Strafraum um – Schiri Sascha Stegemann zeigte auf den Elfmeterpunkt. Trotzdem gab es erst mal eine Videoprüfung, denn vorher soll der Ball die Seitenauslinie überschritten haben. Millimeter-Entscheidung. Es blieb beim Elfer und Max Kruse traf cool zum 1:1 (62.).

Danach lief es bei den Frankfurtern zäher und Union verteidigte gut, bis zu dieser verdammten 95.Minute, als Ndicka traf. Viel Zeit für Frust bleibt den Köpenickern nicht.  Schon Freitag geht es weiter. Heimspiel gegen RB Leipzig. Das wird der nächste Kracher. Und bis dahin haben sich die Unioner auch wieder ganz erholt…

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