Böse, böse Anzeigetafel. So hatten sich die Unionfans das nicht mehr vorgestellt, nachdem die Köpenicker bis fünf Minuten vor dem Ende mit 2:0 führten.  Foto: City-Press/Matthias Renner

Es ist doch wirklich zum Aus der Haut fahren. Da führst du in Stuttgart mit 2:O und dann lässt du dir in den letzten fünf Minuten die Butter vom Brot nehmen. Menno! Das darf doch alles nicht wahr sein. 

Ja, kann man so sehen. Ist schon ärgerlich. Aber wenn man die ganzen 90 Minuten betrachtet, geht das Remis völlig in Ordnung. Union setzte durch Marvin Friedrich und Taiwo Awoniyi zwar die berühmten Nadelstiche, aber Stuttgart hatte eindeutig mehr vom Spiel.  

Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, vor der Partie hätte jeder mit einem Punkt leben können. Gerade weil die Schwaben am Wochenende den BVB mit 5:1 abgefiedelt hatten. Nun wurde es halt der eine Punkt. Also alle mal durchatmen, Schnappatmung einstellen und lieber genüsslich auf die Tabelle schauen.  

18 Zähler nach 12 Spielen sind eine  starke Ausbeute. Hertha wird sich Weihnachten jeglichen Blick auf die Tabelle schenken, weil Union weiterhin vor dem Big City Club rangiert.

Das ist zwar nicht wirklich wichtig, tut aber der Union-Seele gut. Der aktuell sechste Platz ist unerheblich. So toll es klingt, dass die Köpenicker über Weihnachten auf einem einem einstelligen Tabellenplatz bleiben werden, egal, wie sie gegen den BVB spielen, ist weiterhin nur der Vorsprung auf Rang 16 wichtig. Und der ist beruhigend. Unabhängig davon, ob die Arminia am Mittwoch punktet oder nicht.

Es mag der Punkt kommen, wo Union mit größeren Ambitionen aufwarten darf. Doch das ist Zukunftsmusik. Durchaus mögliche Zukunftsmusik. Aber darüber reden wir dann, wenn es so weit ist.