Bei der offiziellen Präsentation des Unionteams für die Spielzeit 22/23  war Urs Fischer noch sehr zufrieden. Nach dem 2:1 gegen Bohemians Dublin eher weniger.
Bei der offiziellen Präsentation des Unionteams für die Spielzeit 22/23  war Urs Fischer noch sehr zufrieden. Nach dem 2:1 gegen Bohemians Dublin eher weniger. Imago/Matthias Koch

Behäbig oder bescheiden? Bei der Analyse des 2:1 gegen Bohemians Dublin, dem dritten Sieg im vierten Testspiel, gingen die Meinungen von Mittelfeldmann Rani Khedira und Urs Fischer, dem Cheftrainer des 1. FC Union, nach dem dritten Sieg im vierten Testspiel auseinander.

Einig waren sich beide aber darin, dass Union es besser kann. Oder besser können müsste. Und da wollte Urs Fischer nicht mal gelten lassen, dass die Iren bereits im Wettkampfmodus und nicht in der Vorbereitung sind. Auf der grünen Insel wird ja seit 2003 im Ganzjahresrhythmus gespielt.

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„Natürlich spielt das ein Rolle oder hat einen gewissen Einfluss, logisch. Zumal wir ja auch normal trainiert haben. Es geht darum, bereit zu sein, wenn es wirklich zählt. Und trotzdem hätte ich mir heute ein bisschen mehr erwünscht“, so der Schweizer Fußballlehrer.

Urs Fischer bemängelt zu viel Quergespiele beim 1. FC Union

Ein bisschen hatte der 56-Jährige bewusst dazu beigetragen, indem er die Mannschaft stark durcheinandergewürfelt hatte. „Man hat schon gesehen, wenn du die Mannschaft so durchmischst, dass da Automatismen nicht so funktionieren, wie wir es gewohnt sind. Aber es war mir trotzdem in der Summe zu wenig“, so Fischer.

Sein Hauptkritikpunkt: „Viel Quergespiele, kaum vertikale Versuche. Bescheidener Auftritt von uns.“ Er hätte sich mehr Initiative gewünscht. Ein insgesamt aktiveres Auftreten.

Rani Khedira sieht den 1. FC Union auf dem richtigen Weg

Muss man sich Sorgen machen? Khedira verneint das. „Wenn ich an Braunschweig denke, da haben wir ein gutes Spiel gemacht. Da waren wir nur nicht effizient vor dem Tor. Heute war das ein sehr behäbiges Spiel. Ein langsames Spiel. Wenn wir so spielen, wird das definitiv nichts. Aber ich glaube nach einer anstrengenden Trainingswoche, wo wenig Rücksicht genommen wurde, ist es in Anführungsstrichen mal okay mit so einer Leistung“, so der defensive Mittelfeldspieler, den aber die Kulisse sehr erfreut hatte. „Dabei war heute Ferienbeginn.“

Er hätte den knapp 16.000 gern ein bisschen mehr geboten gegen einen – bei allem Respekt – international eher drittklassigen Kontrahenten. Aber das werde schon noch. Man habe jetzt noch knapp drei weitere Wochen in der Vorbereitung und drei weitere Testspiele. „Das sollte langen“, so Khedira zuversichtlich. Jetzt gelte es in die Abläufe und Automatismen weiter reinzukommen und die Neuzugänge noch mehr zu integrieren.

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