Marvin Friedrich vom 1. FC Union soll ins Visier von Hertha BSC und Sportchef Fredi Bobic geraten sein. Imago

Diese Nachricht birgt mal so richtig Zündstoff: Hertha BSC will nach der 0:5-Klatsche gegen den FC Bayern Marvin Friedrich vom 1. FC Union loseisen. Das meldet zumindest der TV-Sender Sky. Sportchef Fredi Bobic wolle damit angeblich auf den miesen Saisonstart mit drei Niederlagen und bereits neun Gegentoren reagieren.

Dass Friedrich bei den Eisernen als Verkaufskandidat gilt, ist ein offenes Geheimnis. Bislang galt aber immer Unions sonntäglicher Gegner Gladbach als möglicher neuer Arbeitgeber. Zieht es den 25 Jahre alten Innenverteidiger stattdessen tatsächlich zum Stadtrivalen ins Westend, wäre das ein Berliner Paukenschlag, der für viele Fans beider Lager mehr als nur einen Beigeschmack hätte.

Billig wird Friedrich für Hertha nicht

Unions-Manager Oliver Ruhnert wich der Frage in der Halbzeit des Spiels gegen Mönchengladbach beim Streaming-Dienst Dazn aus: „Er ist einer der Spieler, von dem wir wissen, dass er umworben ist und es sicherlich Interesse von anderen Vereinen gibt.“

Billig dürfte Friedrich für Bobic nicht werden. Sein Marktwert wird trotz seines im Sommer auslaufenden Vertrags auf zehn Millionen Euro geschätzt.

City-Press
Noch im eisernen Kreis: Unions gesperrter Marvin Friedrich (2.v.r.) verfolgte das Spiel gegen Gladbach auf der Tribüne der Alten Försterei.

Immerhin scheint der 1. FC Union vorbereitet zu sein. Die Lücke, die ein Abgang Friedrichs an der Alten Försterei hinterlassen würde, soll Marco Friedl schließen. Der Österreicher vom SV Werder Bremen drängt auf einen Wechsel, streikt beim Bundesliga-Absteiger und stand bei Werders 3:0-Sieg gegen Hansa Rostock am Sonntag nicht im Kader. 

Holt Union gleich zwei Bremer?

Dabei scheinen harte Verhandlungen auf Ruhnert zuzukommen. Schließlich baggern die Eisernen auch noch an Friedls Kollege Kevin Möhwald. Der Mittelfeldmann soll den nach Leverkusen abgewanderten Robert Andrich ersetzen. Anders als Friedl stand Möhwald gegen Rostock noch im Bremer Aufgebot, kam aber nicht zum Einsatz. 

Bezüglich des eisernen Interesses an Möhwald und Friedl ließ sich Ruhnert nichts entlocken: „Bis Dienstag (Ende d. Transferphase, d. Red.) kann sich das ein oder andere tun, sowohl auf der Abgangs- als auch auf der Zugangsseite.“

Werder fordert von Union Millionen-Ablöse 

Friedls Marktwert wird trotz der Bremer Talfahrt noch auf 7,5 Mio. Euro geschätzt. Der Poker scheint in vollem Gange. Werder-Manager Frank Baumann: „Ich gehe davon aus, dass er ab Mittwoch Spieler von Werder Bremen bleibt. Wir haben zwar Gespräche mit einem anderen Klub geführt, sind aber da noch sehr, sehr weit entfernt.“

Baumann will Friedl und dessen Beratern „noch mal sehr verdeutlichen, dass wir einerseits gesprächsbereit sind, wenn unsere Forderungen erfüllt sind“, es aber „sehr gut sein“ könne, „dass Marco am Mittwoch noch Spieler bei uns ist und dann auch in der Pflicht steht, seiner Verpflichtung als Arbeitnehmer nachzukommen“.

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