Keita am Boden: Bei seinem Startelfdebüt für die Eisernen verletzte sich Endo nach 20 Minuten. Foto: Imago/Contrast

Es ist das schönste und doch irgendwie enttäuschendste One-Hit-Wonder der laufenden Union-Saison: Der Startelfeinsatz von Keita Endo im Hinspiel gegen Arminia Bielefeld.

Schön, weil der Einstand des Japaners vom Anpfiff an ein kleines Märchen war. Ausgerechnet gegen seinen namhaften Nationalmannschaftskollegen und Landsmann Ritsu Doan, der aufseiten der Ostwestfalen kickt, legte der kleine Flügelstürmer im vergangenen November los wie die Feuerwehr, netzte nach nur drei Minuten zur Führung für die Eisernen an der Alten Försterei ein und legte sogleich den Grundstein für den mit 5:0 bis heute höchsten Bundesliga-Sieg der Köpenicker. Damals dachten alle: Wow, die Eingewöhnungszeit ist vorbei. Union hat da einen Rohdiamanten auf der linken Seite.

Doch, und hier wird es enttäuschend, dauerte die Freude über Endos erfrischendes Spiel nur magere 20 Minuten. Dann musste der 23-Jährige mit einer Oberschenkelblessur vom Feld, fiel die kommenden zwei Partien gänzlich aus und musste sich schließlich in der Mannschaftshierarchie wieder ganz hinten anstellen.

Lediglich 75 Minuten in fünf Partien absolvierte Endo seitdem für die Unioner, saß dafür in den neun übrigen Begegnungen jeweils über die vollen 90 Minuten auf der Bank. Zu wenig für den Japaner, der mit seinem Leihgeschäft bei und mit den Eisernen eigentlich in der großen Bundesliga durchstarten wollte. Doch während der Klub tatsächlich für Furore sorgt, läuft es bei Endo einfach nicht. Und ein Abschied im Sommer, wo es laut Leihvertrag zurück nach Yokohama ginge, ist ziemlich wahrscheinlich. Zumal er mit Andy Gogia, der ebenfalls um einen neuen Vertrag kämpft, sowie Marius Bülter und Leihgabe Leon Dajaku mächtige Konkurrenz auf seiner Position bekommen hat.

Doch vielleicht bekommt der zweifache Nationalspieler doch noch eine Chance, sich zu beweisen. Am Sonntag (18 Uhr) findet das Rückspiel gegen Bielefeld statt. Wann, wenn nicht dann könnte Endo zeigen, dass sein Feuerwerk im November eben kein One-Hit-Wonder war. Dann wäre das ganze vielleicht doch eine richtig märchenhafte Geschichte – und Keitas Zeit in Köpenick noch lange nicht zu Endo.