1. FC Union
Beim Lob für Urs Fischer kriegt sich Ulli Wegner gar nicht mehr ein
Der Übervater der deutschen Faustkämpfer zieht vor seinem artfremden Kollegen regelrecht den Hut

Fußball und Boxen – zusammen hat das meist etwas von Anarchie, Grobheiten und Roten Karten. Boxen und Fußball aber geht, es ist sogar salonfähig – vor allem bei Ulli Wegner. Der 81-Jährige ist als Trainer eine Boxsport-Legende und als Fan ein ausgemachter Fußball-Freak. Erst recht, wenn es um den 1. FC Union geht. Weil Eisern-Coach Urs Fischer gerade zum Trainer des Jahres gewählt wurde, bekommt der Schweizer von seinem artfremden Kollegen den Ritterschlag.
Wegner, der Torsten May zum Olympiasieger, Sven Ottke, Markus Beyer, Arthur Abraham, Marco Huck und andere zu Weltmeistern machte und zig weitere zu vielen anderen Titeln führte, ist voll des Lobes darüber, was in Köpenick abgeht. „Das, was Urs Fischer und sein Team seit Jahren leisten“, sagt der Box-Professor, „ist wirklich toll. Dass er Trainer des Jahres geworden ist, das hat er sich redlich verdient.“ Das Wort Magier kommt zwar nicht aus seinem Mund, aber etwas, das ähnlich klingt und das es ebenso bedeuten könnte: „Er ist wirklich ein Meister.“

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Ulli Wegner verfolgt die Entwicklung beim 1. FC Union mit Argusaugen
So, wie Wegner jede Bewegung seiner einstigen Schützlinge beobachtet hat, verfolgt er das, was im Fußball passiert – mit Argusaugen, einerseits mit väterlicher Nähe, andererseits mit kritischer Distanz. Dazu mit über Jahrzehnte antrainierten und aus purer Lust am Sport erworbenem Fachwissen. So kann der Box-Übervater die Aufstellung des für Deutschland legendären 1954er-WM-Finales („Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen …“; „Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“) noch immer auswendig. Nicht nur die deutsche, wie selbstverständlich auch die ungarische.
Was den 1. FC Union angeht, ist Wegner deshalb hin und weg. Über den Höhenflug der Eisernen und den Vater des Erfolges findet er fast nicht genug lobende Worte. „Das alles hat mich sehr beeindruckt“, sagt Wegner, „es ist immer wieder eine Freude, all das zu sehen und zu verfolgen. Über diese Entwicklung kann man nur staunen und diese Leistung kann man nicht genug würdigen. Es liegt mir am Herzen, das von Trainer zu Trainer loszuwerden.“
Fischers Kunst, immer wieder eine neue Mannschaft zu formen, begeistert Wegner
Vor allem weiß Wegner nur allzu gut, was es bedeutet, eine neue Saison immer wieder mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft anzugehen und die Feinheiten und Kniffe, die sowohl im Boxen wie im Fußball über Sieg und Niederlage entscheiden, in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. „Das zu schaffen“, betont Wegner, „diese Automatismen, die so wichtig sind, ist immer eine ganz große Herausforderung. Immer wieder hat Union Spieler verloren, immer wieder aber ist es Fischer und seinem Team gelungen, die Lücken zu schließen und die Eisernen sogar noch stärker zu machen. Davor ziehe ich ehrlichen Herzens den Hut.“