Laurenz Dehl brachte die Liehe zu den Bohemians Dublin nicht wirklich Glück.
Laurenz Dehl brachte die Liehe zu den Bohemians Dublin nicht wirklich Glück. Imago/Jan Huebner

Es ist ja nicht nur, dass beim 1. FC Union die eigenen Talente keine Rolle spielen. Sie kamen auf keine einzige Einsatzminute. Aljoscha Kemlein (18) war kurz davor, beim 1:4 in Freiburg eingewechselt zu werden, ehe der Trainer ihm dies als Debüt bei den Profis doch nicht zumuten wollte. Aber auch diejenigen, die im Profikader eigentlich dabei sind, aber mangels Perspektive im Team von Urs Fischer derzeit ausgeliehen sind, sind nicht gerade vom Glück verfolgt. „Vier gewinnt“ heißt ein aus dem Jahr 1973 stammendes Strategie-Spiel. „Vier verliert“ ist das Motto der in die Ferne geschickten.

Grundsätzlich ist der Gedanke, diejenigen an anderen Orten Spielpraxis sammeln zu lassen und dann gestärkt mit der neuen Erfahrung zurückzubeordern, ja kein ganz schlechter. Das Paradebeispiel dafür ist Philipp Lahm. Als der aus der eigenen Jugend emporkommend bei den Bayern-Profis Tritt fassen wollte, war das Starensemble um Willy Sagnol oder Bixente Lizarazu eine Nummer zu groß für den späteren Weltstar. Lahm wurde zwei Jahre nach Stuttgart verliehen und kam nach seiner Rückkehr zum Durchbruch.

Auch die Leihen des Vorjahres führten beim 1. FC Union nur zu Abgängen

Natürlich haben die Eisernen in den letzten Jahren Ähnliches versucht. Aber der Plan ging bei Lennard Maloney, Lennart Moser oder wie sie alle hießen nicht wirklich auf. Längst ist ihr Kapitel bei den Eisernen geschlossen.

Auch in dieser Spielzeit ergab sich ein ähnliches Bild. Laurenz Dehl war im Vorjahr schon an Drittligist Halle ausgeliehen. Dort waren immerhin 22 Kicks notiert – sieben davon in der Startelf – und drei Tore für den offensiven Mittelfeldmann.

Nach der Rückkehr und einem Kurzeinsatz in den Conference-League-Play-offs ging es diesen Sommer für Dehl nach Irland zu den Bohemians. 45 Minuten Einsatzzeit wurden für ihn notiert. Die Saison in Irland ist vorbei, eine Rückkehr im Winter steht im Raum. Hilft weder ihm noch Union.

Dominique Heintz erwischte in Bochum das Verletzungspech. Dorthin hatte er sich ausleihen lassen, weil der Konkurrenzkampf in der Union-Abwehr zu groß war. Gerade einmal vier Spiele waren ihm beim Revierklub vergönnt. Die Zeichen stehen auf endgültige Trennung im Sommer.

Endo nach dem Abgang vom 1. FC Union nicht glücklich

Im Bundesliga-Unterbau tummeln sich gleich zwei Eiserne. Keita Endo, 2020 als frisch gebackener japanischer Nationalspieler zunächst geliehen und dann fest verpflichtet, konnte sich nach ordentlichem Beginn in Köpenick nicht durchsetzen. Bei Eintracht Braunschweig wollte er sich das nötige Selbstvertrauen holen. Doch zehn Spiele – nur sechs davon in der Startelf – lassen diese Pläne Makulatur werden.

Einzig Rick van Drongelen, der am 14. Dezember mit Hansa Rostock zum Testspiel in der Alten Försterei auftauchen wird, kann auf eine einigermaßen akzeptable Spielzeit zurückblicken. In neun von elf möglichen Kicks kam der Niederländer zum Zug, fünfmal stand er sogar in der Startelf. Aber seine Leistungen waren zu wechselhaft, als dass er sich in der Abwehr der Mecklenburger wirklich festgespielt hätte.

Vier eiserne Leihspieler, bei denen sich die Hoffnungen bislang nicht erfüllt haben. Und eine U23 hätte da – außer bei Laurenz Dehl – auch nicht wirklich weitergeholfen.

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