Unions Trainer Urs Fischer muss sich durch die Rückkehr von Keven Schlotterbeck am Mittwoch gegen Mainz für eine neue Abwehrformation entscheiden. Foto: Stuart Franklin/Pool Photo via AP

Wohl dem, der die Qual der Wahl hat. Urs Fischer ergeht es gerade mit seinen Abwehrspielern so. Denn Keven Schlotterbeck hat seine Gelbsperre abgesessen und steht somit wieder für das so wichtige Spiel morgen gegen den FSV Mainz zur Verfügung. Womit der Schweizer Fußballlehrer ein Lotto vor sich hat – aus Fünf mach Drei!

Im Spiel eins nach der Corona-Pause musste Fischer auf Marvin Friedrich verzichten. Danach auf seine Freiburger Leihgabe. Gegen Hertha kam zudem Michael Parensen für Neven Subotic zum Zug. Profiteur in beiden Fällen war übrigens Florian Hübner, der verletzungsbedingt nach der Winterpause keine echte Vorbereitung hatte und daher zunächst keine Rolle spielte.

Parensen wird wohl auf die Bank zurück müssen. Schlotti war zuletzt wie Friedrich gesetzt. Kehrt Subotic zurück ins Team? Oder kommt es zur neuen Dreierkette Friedrich-Hübner-Schotterbeck? Gab es in dieser Spielzeit so noch nie! Der Konkurrenzkampf sollte dieser Tage die Konzentration im Training hochhalten. „Das ist doch schön“ freute sich Fischer.

Union muss auf sich selber schauen

Und nötig. Unions defensive Kompaktheit ist derzeit etwas verloren gegangen. Kassierten die Eisernen in den  17 Hinrundenspielen nur 24 Gegentreffer, sind es in den 10 Rückrundenkicks schon 23. Der Gegentorschnitt verschlechterte sich von 1,41 auf signifikante 2,3!

Angesichts der Bedeutung der Partie nicht unwichtig. Neben Frankfurt (8 Corona-Gegentore) sind die Rheinhessen zusammen mit Schalke (7) und eben Union (6) diejenigen, bei denen es hinten am meisten wackelte nach dem Re-Start.

Der Verlierer kommt morgen richtig in die Bredouille. Angesicht der Schalker Misere wäre es wenig verwunderlich, wenn sich Düsseldorf auf einmal heranrobben würde. Nicht immer kann man darauf hoffen, dass die Fortuna sich in letzter Sekunde noch einen reinwürgen lassen wird wie am Sonntag in Köln. Union muss also auf sich selbstschauen.

Schlotterbeck mit Schwindelgefühl im Hinspiel 

Und natürlich ist das nicht alles nur eine Frage der Abwehr. Auch die anderen Mannschaftsteile sind bei der Defensivarbeit gefordert. Da fällt auf, dass Union vorne nicht mehr so hoch steht, wenig für Entlastung sorgt.  Gegen Hertha und Bayern brachten es die Eisernen im Schnitt nur noch auf 1,4 Tormöglichkeiten pro Partie. Zuvor hatten sie sich durchschnittlich 4,7 Abschlusschancen pro Spiel erarbeitet. Da wartet also wohl viel Arbeit auf Schlotterbeck & Co..

Der hat das Hinspiel übrigens nicht in bester Erinnerung. Beim ersten Bundesliga-Auswärtssieg der eisernen Geschichte musste der 23-Jährig nach knapp einer halben Stunde raus, weil er nach einem Kopftreffer unter Schwindelgefühlen litt. Diesmal will er die vollen Minuten durchhalten.