Stellte die Kölner vor einige Aufgaben: Unions Keita Endo (r.) – hier im Zweikampf mit Max Meyer – zeigte weiter aufsteigende Tendenz. 
Foto: Oliver Behrendt

Zwei freie Tage spendierte Unions Trainer Urs Fischer seinen Jungs nach dem 2:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln. Zwei freie Tage, um die Seele baumeln zu lassen. Um Kraft zu tanken für den Endspurt.

Denn der hat es in sich. Mal abgesehen vom Derby gegen Kellerkind Hertha BSC kommen bis Ende April reichlich Big Player auf die Eisernen zu. Los geht es schon kommendes Wochenende in Frankfurt. Nach dem Osterfight gegen den Stadtrivalen warten mit Bayern, Stuttgart und Dortmund nur Teams aus dem oberen Tabellentableau auf die Köpenicker. 

Union dreht erstmals ein Spiel

Viel zu tun für Fischer also. Für große Ziele. Und Union scheint rechtzeitig wieder in die Spur zurückgefunden zu haben für die kommenden Aufgaben. „Ich bin stolz, dass wir den Rückstand umgebogen haben. Der  Mannschaft gebührt ein großes Kompliment. Wir haben in der ersten Halbzeit eine Führung liegen lassen, und völlig gegen den Spielverlauf liegst du auf einmal zurück. Aber die Mannschaft hat das gut weggesteckt, auch wenn natürlich uns zugute kam, dass wir mit der ersten Aktion nach der Pause einen Strafstoß bekamen“, so der 55-Jährige. 

Das mit dem Rückstand war übrigens eine Premiere für die Eisernen. Das 0:1 gegen Köln durch Dudas verwandelten Strafstoß war der 29. Rückstand der Köpenicker im Oberhaus. Aber zum ersten Mal konnten die Eisernen dennoch gewinnen. Übrigens: Nur zwei Teams hatten nach mehr Rückständen erstmals ein gedrehtes Spiel: Der Wuppertaler SV brauchte 35, Fortuna Düsseldorf 36 Anläufe für dieses kleine Kunststück. 

Und das ist nicht der einzige Aspekt, der darauf hoffen lässt, dass Union seine Durststrecke der letzten Wochen hinter sich gelassen haben könnte. Denn auch beim Personal zeigte sich Erfreuliches. Max Kruse wirkte noch eine Spur spritziger und frischer als in den Vorwochen. Keita Endo zeigte bis zu seiner Auswechslung nach gut einer Stunde, dass sein beim 0:0 in Bielefeld angedeuteter Aufschwung keine Eintagsfliege gewesen sein muss. In den letzten beiden Partien hat der 23-Jährige mit absolvierten 89 Minuten fast genauso lange gespielt wie im ganzen bisherigen Saisonverlauf, der für den Japaner von einigem Verletzungspech geprägt war.

Auch Petar Musa zeigte sich bei seinem ersten Startelfeinsatz deutlich besser integriert ins Team als zuvor. Ja, selbst Joel Pohjanpalo – obwohl er einen Riesen versiebte und es versäumte, den Sack zeitig zuzubinden – offenbarte mehr Torgefahr als in allen Kicks nach seinem Comeback zuvor zusammen. 

All das deutet darauf hin, dass Union gerüstet scheint für die kommenden Aufgaben. Zumal die Profis ja auch jetzt zwei Tage extra Kraft tanken durften.