Gemeinsam kompensierte der 1. FC Union den Abgang von Max Kruse. Das soll der einstige Liebling nun auch in Wolfsburg zu spüren bekommen. Imago

Was für eine eiserne Wunderreise! Der 1. FC Union verliert in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Max Kruse, schliddert danach in seine erste Bundesliga-Krise und ist zum Wiedersehen mit seinem einstigen Unterschiedsspieler durch das 2:1 gegen St. Pauli und dem Einzug ins Pokal-Halbfinale rechtzeitig wieder auf Kurs. Halleluja! Union gegen Kruse, am Sonnabend, 15.30 Uhr, in Wolfsburg.

Ja, doch. In Köpenick wird es mit Kruse derzeit so gehandhabt wie bei Harry Potter mit Lord Voldemort. Der Bösewicht wird nicht beim Namen genannt, sondern umschrieben („Du weißt schon wer“)! Folglich will keiner den Namen Kruse aussprechen. Doch man kommt nicht umhin, sich genau damit noch einmal zu beschäftigen.

Union musste sich ohne Max Kruse neu aufstellen

Der Abgang des Spielmachers stellte die Eisernen vor eine harte Prüfung. Nicht wegen den kleineren Sticheleien von beiden Seiten. Sondern wegen den drei tor- und sieglosen Spiele nach Kruses Wechsel. Union musste sich ohne seinen Bessermacher neu sortieren, wieder finden, neu aufstellen.

Was Mannschaftskapitän Christopher Trimmel auch unumwunden zugibt: „Uns ist schon ein bisschen Qualität verloren gegangen. So etwas kann man nur kompensieren, wenn man enger zusammenrückt. Das wollen wir. Das ist auch eine Chance für die anderen Spieler. Die nehmen das gerne an.“

Dem Ende Januar für die hübsche Summe von fünf Millionen Euro plötzlich abtrünnig gwordenen Starspieler die kollektive Wucht des Union-Spiels zu zeigen, hätte einen speziellen Reiz – auch wenn Trainer Urs Fischer so viel Emotion niemals öffentlich zulassen würde.

Union kompensierte als Team den Kruse-Abgang

Der Befreiungsschlag gelang Union am letzten Wochenende mit dem 3:1 gegen Mainz. Der Pokal-Sieg gegen den 1. FC St. Pauli dürfte den letzten Rest des angekratzten Selbstbewusstseins beiseitegeschoben haben. Vor allem weil, wie von Trimmel angekündigt, Spieler wie Sheraldo Becker und Andreas Voglsammer das Kruse-Vakuum nutzten.

Sicherlich hilfreich: Die Wolfsburger, die mit Kruse zwar sieben Zähler aus den letzten vier Spielen holten, bewiesen zuletzt, dass sie noch nicht richtig stabil sind.

Union kann in Wolfsburg Kruse abschütteln

Und wer jetzt sagt, er will nicht über Kruse reden, dem sollte vor dem Kick in Niedersachsen ein Blick auf die Tabelle reichen. Denn das Duell kann man getrost als Sechs-Punkte-Spiel bezeichnen. Gewinnt der VfL, rückt er wieder ganz nah ran an die Eisernen heran. Schlagen die Eisernen zu, trennen Union von Kruse üppige zwölf Zähler. Dann kann man getrost davon ausgehen, dass sich der einstige Liebling eben wirklich nur finanziell verbessert hat.

Also, auf geht's Unioner, mit aller Macht auf Max!

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