Die Spiele-Konsole kommt beim 1. FC Union nicht wirklich an. 
Die Spiele-Konsole kommt beim 1. FC Union nicht wirklich an. 

Schon der große Heinz Erhardt wusste: „Fußball spielt man meistens immer mit der unteren Figur. Mit dem Kopf, obwohl’s erlaubt ist, spielt man ihn ganz selten nur.“ Was der Altmeister des Humor aber völlig ausgeschlossen hatte in seinem Gedicht war der Nutzen der Hände. Mal abgesehen vom Torhüter. Und eben diesem Trend verweigert sich jetzt der 1. FC Union, für den Fußball auf den Rasen gehört, nicht aber auf eine Spielekonsole oder einen Computer. Da bleiben die Köpenicker eisern, auch wenn es sie eine Strafe kosten könnte.

Denn ein sogenanntes E-Sport-Team zu installieren, das dann in der virtuellen Bundesliga (VBL) an den Start geht, ist aber ab der kommenden Saison Bestandteil der Lizenzauflagen für die realen Kicker. Beschlossen wurde die Maßnahme Ende Mai 2022 auf einer DFL-Vollversammlung. Gültig ab der Spielzeit 2023/24 für alle Erst- und Zweitligisten. Teilnahme angeblich nicht verpflichtend. Dennoch drohen Sanktionen, wenn man sich dem verweigert.

Die Entscheidung würde man in Köpenick akzeptieren, aber sie spiegele nicht Unions Position wider. Bei den Eisernen gibt es zunächst einmal pragmatische Gründe, warum sie das nicht juckt. „Wir haben keine Gaming-Abteilung im Verein“, so die Köpenicker. Könnte man zwar aufbauen, will man aber nicht. Eine Freizeitbeschäftigung sei das zwar, aber eben kein echter Sport.

Der 1. FC Union würde eine Geldstrafe akzeptieren

E-Sport sei kein Teil der Ausrichtung des Klubs, berichtete der Kicker. Für den 1. FC Union geht es darum, „Kinder für sportliche Betätigung zu begeistern“, nicht darin auf dem Sessel vor einem Bildschirm zu hocken und irgendwelche Videospiele zu bestreiten. Spaß an der Bewegung fördert so etwas nicht …

Eine Lizenzverweigerung, falls man kein professionelles E-Team neben dem kickenden Personal stellt, steht derzeit (noch) nicht im Raum. Wohl aber eine moderate Geldstrafe. Was immer noch ein Irrsinn ist. Den Union zu ertragen bereit ist. Ein virtuelles Hauptstadtderby, ja Hertha BSC hat so eine E-Sport-Abteilung, lockt keine Zuschauer in Massen in die Alte Försterei.

Bei der DFL erhofft man sich durch die Computer-Bundesliga Zugang zu jüngerem Publikum. Zielgruppenaffinität ist da das Stichwort. Wenn man ehrlicher wäre, würde man sagen, dass man sich Marketingchancen und Werbegelder erhofft.

Übrigens: Ein jüngeres Publikum könnte man auch erreichen und für Fußball begeistern, wenn die Anstoßzeiten freundlicher wären und nicht alles im Pay-TV verschwinden würde.

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