Max Kruse (M.) freut sich über sein siebtes Saisontor. Mit ihm  jubeln Grischa Prömel und Christopher Trimmel (l.).  Foto: dpa/Tobias Schwarz

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und Max Kruse, mit sieben Treffern Unions bester Torschütze, kann auch über sich selber lachen. Die Anmerkung eines Reporters, er habe in den Minuten vor seiner Auswechslung beim für die Eisernen schmeichelhaften 1:1 gegen Hoffenheim langsam gewirkt, konterte der gebürtige Reinbeker schlagfertig: „Langsam bin ich immer. Das ist kein Maßstab.“

Nun gut, die Eisernen haben ihn ja auch nicht als Usain-Bolt-Ersatz verpflichtet. Sondern als spielgestaltendes Element, das zudem weiß, wo die Kiste steht. Und da machte Kruse bei seinem Comeback nach knapp drei Monaten Pause da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte. 

Und war nicht unzufrieden mit seinem ersten Auftritt in diesem Kalenderjahr. „Ich bin, was meine Verletzung angeht, bei 100 Prozent. Rein von der Kondition her war es gut. Dass man sich eine gewisse Fitness anarbeiten kann, ist auch klar, aber letztendlich kommt das vor allem über Spielminuten. Heute haben sich die 75 gut angefühlt, es war jetzt nicht so, dass ich sagen muss, boah, ey, ich war komplett außer Atem. Das war eine Vorsichtsmaßnahme wegen des Muskels. Von daher war das in Ordnung. Aber man wird mich in den nächsten Spielen auch wieder länger sehen“, kündigte der 32-Jährige an.

Fischer lobt Kruse

„In einigen Aktionen hat man gesehen, welche Qualität er hat“, meinte Unions Trainer Urs Fischer und verriet, dass Kruse sogar länger gehen musste als geplant. 60 Minuten waren angedacht gewesen. „Er ist sicher noch ein bisschen davon entfernt, in Bestform zu sein. Es war sein erstes Spiel nach zweieinhalb Monaten. Wichtig, dass er zu Minuten gekommen ist. Es war ein bisschen länger, als eigentlich geplant. Das hatte aber damit zu tun, dass wir in der Pause das erste Mal wechseln mussten. Von daher bin ich sehr zufrieden. Er fühlt sich gut, ich hoffe, es gibt keine Reaktionen aus diesem Spiel“, so der Schweizer Übungsleiter.

Kruse wollte sich erst gar nicht groß bei dem glücklichen Punktgewinn aufhalten, schaute lieber nach vorne:  „Wir haben am nächsten Wochenende in Bielefeld ein schwieriges Spiel. Deshalb müssen wir da alles auf dem Platz raushauen, was uns ausmacht. Dann können wir drei Punkte mitnehmen.“

Zwar war der Punkt gegen die überraschend starken Hoffenheimer am Ende etwas glücklich, doch mit 34 Zählern liegen die Köpenicker weit über den eigenen Erwartungen, wollen sich aber nach wie vor nicht mit dem Europacup befassen. „Wir wollen so lange weitermachen, bis wir wirklich den Klassenerhalt geschafft haben“, sagte Christopher Trimmel, der den frühen Elfmeter herausgeholt hatte: „Danach werden wir schauen, wie es weitergeht. Aber vorher wird darüber nicht gesprochen“, betonte der Kapitän.

Ein Dreier auf der Alm und Union hätte nicht nur 37 Zähler auf dem Konto, sondern auch mindestens 17 Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang. Falls Mainz und Hertha gewinnen. Wenn einer von denen nicht gewinnt, wären es sogar 19 Punkte Vorsprung. Wie das in dann nur noch zehn Spielen noch versemmelt werden soll, muss einer mal vorrechnen ...