Anthony Ujah (l.) strampelt fleißig auf dem Fahrradergometer.  Foto: Matthias Renner/City-Press

Immerhin konnte er den Rasen jetzt schon riechen. Mehr aber auch nicht. An echtes Training auf dem Grün war noch nicht zu denken. Zusammen mit Marcus Ingvartsen, bei dem aufgrund unklarer Beschwerden körperliche Disbalancen vermutet werden, sodass immer mal wieder der Rücken oder ein anderes Körperteil zwickt, mühte sich Anthony Ujah am Rande des kleinen Sportplatzes von SV Eintracht Reichenwalde auf dem Fahrradergometer ab, trat fleißig in die Pedale. Am Ende der Trainingseinheit stieg er mit einem Eisbeutel am rechten Knie in den Mannschaftsbus, der ihn zurück ins Teamhotel in Bad Saarow fuhr. Immerhin war er nah bei den Kollegen. Auch schon mal was.

Kurz nach Saisonende hatte sich der Nigerianer einer Knie-OP unterzogen. Ein Routine-Eingriff, wie es bei den Eisernen hieß. Und in der Tat läuft derzeit wohl alles nach Plan. Vorsichtiges Heranführen, Muskelaufbau - zu seiner eigenen Überraschung hat er, in der Zeit, in der er an Krücken ging, circa zwei Zentimeter Oberschenkelmuskulatur verloren. Da heißt es jetzt wieder draufsatteln, damit schon in den nächsten Tagen wieder Jogging möglich ist.  

Das noch nicht wieder alles eitel Sonnenschein ist, merkte Ujah am Nachmittag bei einer teambuildenden Maßnahme. Die ganze Zeit im Stehen zu werkeln, da meldete sich das Gelenk. Für den Angreifer ging es daher allein zurück ins Teamhotel, Füße hochlegen, während sich die Kollegen weiter in Gruppen am Floßbau für einen Ausflug auf den Scharmützelsee versuchten.

Dennoch läuft derzeit wohl alles nach Plan. Man sollte davon ausgehen, dass der 29-Jährige in rund zwei Wochen den Rasen wieder spüren und nicht nur riechen kann.