Andras Schäfer überspringt CFC-Kapitän Tobias Müller und setzt zum Kopfball an.
Andras Schäfer überspringt CFC-Kapitän Tobias Müller und setzt zum Kopfball an. Imago/HärtelPRESS

Auch am Tag danach ärgert er sich noch. Dieser Kopfball aus Minute 81. „Ich weiß nicht, wie er den gehalten hat. Ich kann nur sagen, das war sensationell“, meinte Andras Schäfer zu seiner Riesenchance, mit der er den 1. FC Union beim späteren 2:1-Erfolg in Chemnitz beinahe vor der Verlängerung bewahrt hätte. Nur dass CFC-Schlussmann Jakub Jakubov halt was dagegen hatte.

Nicht die einzige Gelegenheit für den jungen Ungarn. Er war mehrfach nahe dran. „Ich hätte ein Tor machen müssen“, ärgerte er sich ein klein wenig über sich selbst, weniger über das Endergebnis an sich. „Das hätte vielleicht höher ausfallen müssen. Aber jedes erste Spiel ist nicht so einfach“, meinte der 23-Jährige.

Hätte dem Klub geholfen. Und auch ihm. Denn angesichts der großen Konkurrenz im Mittelfeld – Schäfer selber zählt neun Kollegen für drei Stellen auf – weiß er, dass er geduldig sein muss, auch wenn er das nicht zu seinen Stärken zählt. Dass er eben da sein muss, wenn seine Chance kommt. Und Tore wären nun mal ein schlagkräftiges Argument für eine Startelfnominierung.

1. FC Union: Konkurrenz im Mittelfeld? Schäfer blendet das aus

Dass er da zahlreiche Kollegen hat, die das eben auch für sich erhoffen, weiß er. Und sein Rezept dagegen ist – alles ausblenden! „Wenn ich anfange, darüber nachzudenken und zu grübeln, hilft mir das nicht weiter“, lautet seine erfrischende Herangehensweise.

Bislang bereut er seinen Wechsel im Winter aus der Slowakei nach Berlin nicht. Findet es sogar gut, dass der sozusagen vorgezogen worden ist. So hatte er knapp ein halbes Jahr Zeit, sich an alles zu gewöhnen. Die höhere Intensität im Training. Das schnellere Spiel. Die anderen Anforderungen, die Urs Fischer und sein Team an ihn stellen. Und sei es nur in taktischer Hinsicht.

Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Vielleicht klappt es ja schon am Sonnabend im Stadtduell gegen Hertha mit einem Treffer. Darauf fiebert Schäfer hin. Das letzte Duell mit Hertha vor 75.000 Zuschauern im Olympiastadion gehört zu seinen beiden persönlichen Highlights in seiner noch jungen Union-Geschichte.

Als Highlight nennt er nicht seinen ersten Bundesligatreffer beim 4:1-Auswärtssieg am 33. Spieltag der Vorsaison in Freiburg. Auch wenn er zugibt, dass man sein Premierentor eher nicht vergisst. Sein persönlicheres Highlight war die erste Startelfberufung unter Trainer Urs Fischer zwei Wochen zuvor beim 2:1-Erfolg in Leipzig, der letztlich die Grundlage für den Einzug in die Europa League bildete.

1. FC Union: Das Derby war Schäfers persönliches Highlight

Und wie gesagt, Teil drei der Stadtmeisterschaft 21/22 bei Hertha Ende April, den die Eisernen mit 4:1 für sich entschieden und bei dem er dann sogar noch 28 Minuten mitwirken durfte. „Ich habe zwar auch schon mit Ungarn vor einer großen Kulisse gespielt. Aber diese 75.000, diese beiden Fanlager und all die Pyros, diese Stimmung –  das war einzigartig“, meinte Schäfer mit leuchtenden Augen.

Nun wird er das zum ersten Mal in Köpenick erleben. Mit dem lauten Anhang der Eisernen im ganzen Stadion und nicht nur in einem Eckchen der Betonschüssel. Wetten, dass diese Partie auch zu einem seiner persönlichen Highlights wird?

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