Sah am Ende deutlicher als, als es nach Durchgang zwei war: Das 4:2 des 1. FC Union gegen den SC Freiburg.
Sah am Ende deutlicher als, als es nach Durchgang zwei war: Das 4:2 des 1. FC Union gegen den SC Freiburg. Imago/Contrast/Oliver Behrendt

Die Töne, die aus der Mannschaftskabine klangen, waren für die Verhältnisse des 1. FC Union ja noch ganz annehmbar. „Sara perche ti amo“, die inoffizielle Vereinshymne des AC Milan klang da durch die Katakomben. Der Song der Band „Richi e Poveri“, einer Italo-Discopop-Group aus dem Jahrzehnt der Discokugeln, Zauberwürfel und Schlaghosen, erklang da. Auf Deutsch: Das ist der Grund, warum ich dich liebe. Dieser Tage erlebt er aufgrund des Mailänder Derbys im Halbfinale der Champions League wieder seine Renaissance.  Und es war thematisch passend für die Lage beim 1. FC Union nach dem 4:2 (3:0) gegen den SC Freiburg. Einem Spiel, das einem auf den Rängen und dem Rasen alles abverlangt hatte.

3:0-Führung – alles in Sack in Tüten. So dachte man. Von wegen! „Nach dem 3:2, da solltest du das nicht haben, aber natürlich ist da der Gedanke, es könnte jetzt noch schief gehen. Das man das Spiel noch aus der Hand gibt“, gab Unions Abwehrchef Robin Knoche am Ende des Abends ehrlich zu. „Ich kann mich da noch an die Chance vor unserem 4:2 erinnern. Das wäre der Ausgleich drin gewesen, im Gegenzug machen wir die Bude. Das war wichtig“ , so der zweifache Vorlagengeber Knoche weiter.

Der 1. FC Union macht einen Schritt Richtung Champions League

Erleichterung, dass man sich am Ende nicht die Wunden lecken musste. Denn nach der vielleicht besten ersten Halbzeit der Saison, hatte keiner mehr einen Pfifferling auf die Gäste aus dem Breisgau gesetzt. Und doch kamen sie zurück. „Heute haben wir einen guten Schritt Richtung Champions League gemacht. Das  war unser Ziel, unser Wunsch“, so der 30-Jährige. 

„Es war so wichtig, dass wir heute gewonnen haben“, freute sich Torjäger Sheraldo Becker, der gegen die Badener seine Saisontreffer zehn und elf hingelegt hatte und zudem noch mit zwei Vorlagen zum Mann des Spiels avancierte. „Wir waren heute sehr präsent vor dem Tor, sehr effektiv. Das war der Schlüssel zum Erfolg“, meinte der Niederländer, der mit seinem Spiderman-Maskenjubel für Aufsehen sorgte. Was das alles für die Champions League bedeutet? „Ich weiß es nicht, aber wir sind nah dran. Noch zwei Spiele, dann wissen wir mehr“, so Becker. 

Trainer Urs Fischer wollte vor allem erst einmal festgehalten wissen, dass der 1. FC Union zum zweiten Mal in Folge in der Europa League steht. Egal was noch passiert. „Die erste Halbzeit war toll. Das, was der Gegner uns angeboten hat, haben wir angenommen. Wir waren sehr effizient“, so Fischer.

Freiburg stellte den 1. FC Union in der zweiten Hälfte vor eine Aufgabe

Dann passierte das, wovor er gewarnt hatte in der Halbzeitansprache. Ein Gegentor und die Partie könnte kippen. Ein Zwei-Tore-Vorsprung ist für den Schweizer stets eine trügerische Sicherheit. Denn jeder weitere Gegentreffer könnte die Statik eines Spiels komplett kippen lassen. Weil das Momentum auf einmal auf die Seite des eigentlich geschlagen Geglaubten wandert und der zuvor Überlegene unsicher wird. 

„Das 4:2 war wichtig“, so Fischer. Widerspruch erntete er nicht. Denn auch danach gaben sich die Breisgauer nicht auf, hatten mit einem Lattentreffer und einem Nachschuss von Matthias Ginter, von Morten Thorsby auf der Linie per Kopf geklärt, so ihre Momente. Zum Glück ging alles gut. 

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