Unions Neven Subotic gehört zu den Fußballprofis, die über den Tellerrand des ommerzielen Spiels hinausblicken.  Foto: Matthias Koch

Berlin/Barsinghausen - Nun sind sie also in der berühmten Sportschule Fuchsbachtal in dem kleinen 33.000-Seelen-Städtchen Barsinghausen. Dort wo die Polen sich während des Sommermärchens 2006 einquartiert hatten. In der  fast einsamen Lage am Ende einer Straße bereitet Trainer Urs Fischer  seine Eisernen auf den Bundesliga-Re-Start am kommenden Sonntag (18 Uhr/Alte Försterei) gegen den FC Bayern vor. So weit zur Normalität. Doch in unnormalen Zeiten schwingt immer eine gewisse Portion  Ungewissheit mit.

Ein beschaulicher Blick auf den Wald. Abends ein gemütliches Angrillen nach der Ankunft in der Sportschule. Von Ferienlager-Stimmung kann aber keine Rede sein. „Wir müssen die Abläufe wieder rein bekommen“, sagte Unions Geschäftsführer Sport, Oliver Ruhnert.  

Leichter gesagt, als getan. Eine gehörige Portion Zweifel, ist dieser Tage der stete Begleiter und überall zu verspüren. „Grundangst“ nennt es Neven Subotic, derzeit mit seinen nachdenklichen Äußerungen zum Neustart eine Art Klassensprecher der Spieler.

Subotic: Wir Spieler wurden nur informiert, nicht gefragt

Im Deutschlandfunk monierte der 31-Jährige die aus seiner Sicht schwache Position der Profis als Arbeitnehmer während der aktuellen Corona-Krise. „Wir als Spieler wurden informiert, nachdem alles entschieden war“, monierte der Innenverteidiger, der schon immer ein Akteur in diesem milliardenschweren Business war, der ein bisschen über den Tellerrand hinaus geguckt hat. Dies sei „ein bisschen enttäuschend.

In der italienischen oder der englischen Liga sei der Spielerverband eine seriöse Instanz. „Wir haben keinen Sitz am Tisch, wir wurden nicht konsultiert“, sagte Subotic, für den Fußball erst wieder Fußball ist, wenn er vor Fans spielen kann. Was er er aber nicht beeinflussen konnte, auch wenn er da gewiss gerne ein Wörtchen mitgeredet hätte. Nach seinem Wissenstand habe es aber nirgends einen Einfluss von Spielern oder einer vertretenden Instanz wie der Vereinigung der Vertragsfußballer (VdV) bei den Entscheidungen um die schnellstmögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs gegeben.

Nachdenkliche Töne. Und mächtig Wasser auf die Mühlen all derer, die den Start für völlig überzogen halten. „Ich glaube, egal wann wir starten, es wird immer zu früh sein“, so der serbische Ex-Nationalspieler. Die Meldungen aus Dresden verstärken diese Gefühle kräftig.

Und so grübelt auch bei den Eisernen alles im täglichen Miteinander. Wurde wirklich alles bedacht? Hält das Sicherheitskonzept der DFL, was es verspricht? Kommt der 1.FC Union im finalen Saisonviertel so in den Tritt, dass am Ende der Klassenerhalt steht? Darum geht es ja auch ... Fragen über Fragen. Eigentlich deutlich mehr als Antworten und Ausrufezeichen.