So sehen Sieger aus! Kevin Behrens (r.) jubelt nach seinem später Siegtreffer gegen die Arminia, Rani Khedira und Genki Haraguchi versuchen ihn zu fangen. imago/Matthias Koch

Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd. Das titelgebende Motto dieses Schmuddel-Klassikers aus dem Jahre 1974 sollten die Eisernen an diesem Sonnabend beherzigen, wenn sie um 15.30 Uhr beim Deutschen Sport-Club Arminia auf der Bielefelder Alm aufdribbeln. Nur kein neuer Sündenfall nach zwei Pleiten in Folge. Zwei Pleiten, die alle Welt auf das Fehlen von Max Kruse zurückführt. Sehr zum Verdruss der Köpenicker. Doch aller guten Dinge sind drei! Macht die Diskussion endlich tot, ihr Eisernen. Stürmt die Alm und wieder in die Europapokalplätze. Dann hat’s ein Ende mit dem ewigen Kruse!

Es wäre auch aus anderen Gründen mal an der Zeit für einen Dreier. Denn gegen Kellerkinder lassen die Eisernen in schönster Regelmäßigkeit die Punkte liegen. Nur fünf Zähler von 15 möglichen gab es aus den bisherigen Kicks gegen das Schlussquartett des Tableaus. Einzig Bielefeld wurde in der Hinrunde mit 1:0 bezwungen.

Was vielleicht auch daran lag, dass der DSV vor dem Auftritt an der Alten Försterei noch Tabellen-13. gewesen war. Doch auch seinerzeit bedurfte es eines späten Jokertores durch Kevin Behrens, um überhaupt den Sieg dingfest zu machen. Und manch einer hatte arges Schädelbrummen hinterher. Timo Baumgart zum Beispiel, der mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste.

Fischer warnt vor Bielefeld

Das es nicht einfach wird, wie Trainer Urs Fischer mahnte („Das wird eine ganz schwierige Aufgabe“), geschenkt! Weiß jeder. Die Arminia, zur Halbserie noch Vorletzter, hat sich wacker über den Strich gekämpft. Fischer lobt daher auch den Kontrahenten. „Das ist eine sehr kompakte Mannschaft. Gut organsiert, sie lässt nicht viel zu“, so der Schweizer Fußballlehrer.

Seit Frank Kramer am 7. März des Vorjahres als Trainer die Nachfolge von Uwe Neuhaus antrat, konnten sich die Ostwestfalen ein Dutzend Mal eine weiße Weste bewahren. Also in zwölf von 33 Partien. Viele Chancen erarbeitet man sich also eher nicht gegen die Arminia.

Union muss also endlich seine Effizienz wiederfinden, die in Augsburg (0:2) und gegen den BVB (0:3) auf der Strecke geblieben ist. „Das beschreibt ihre Kompaktheit sehr gut. Sie sind sehr solidarisch, laufen immer unermüdlich an und versuchen, den Gegner zu stressen“, so Fischer über die Qualitäten der Bielefelder.

Union sucht die alte Effizienz

Liest sich wie eine Blau-Pause der Köpenicker. Die sind ja auch eine Reinkarnation des berühmten Duracell-Häschens. Da treffen Gleichgesinnte aufeinander. Die Arminia lief im Schnitt 119,7 Kilometer pro Spiel und damit am meisten von allen Bundesligisten. Union hat mit starken 117,8 Kilometern den dritthöchsten Wert.

Und was die Torgefahr angeht, das stand für die Eisernen in den letzten Tagen einiges auf dem fischerlichen Übungszettel. „Es wurde daran gearbeitet. Aber das kriegst du per Knopfdruck nicht hin“, so Fischer. Wäre aber gut, wenn es klappt. Denn sonst geht die leidige Debatte um – Sie wissen schon wen – weiter in Köpenick.

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