Timo Baumgartl vom 1. FC Union im Zweikampf mit Michael Frey vom FC Schalke 04 im Stadion An der Alten Försterei
Timo Baumgartl vom 1. FC Union im Zweikampf mit Michael Frey vom FC Schalke 04 im Stadion An der Alten Försterei City-Press/Matthias Renner

Endlich mal wieder mittendrin. Der erste Einsatz seit drei Monaten für Timo Baumgartl. Zuletzt hatte er vor der WM-Pause beim 0:5 in Leverkusen ran gedurft. Nun endlich nominierte ihn Trainer Urs Fischer für den Kick des 1. FC Union gegen Schalke 04. Doch in die Freude mischte sich doppelter Frust.

Zunächst einmal über das Ergebnis. Ein torloses Remis, durch den der Sprung an die Tabellenspitze verpasst worden ist. Ein kleiner Dämpfer, aber kein substanzieller Rückschlag. Aber eben nichts, das man ungetrübt genießen konnte. Und dann wusste der Innenverteidiger ja, dass es nur ein kurzes Intermezzo bei den Köpenickern gewesen ist.

Selbst wenn der am Wochenende erkrankte Diogo Leite wieder fit werden sollte, worauf Trainer Urs Fischer stark hofft, weiß Baumgartl ja, dass er diesen Donnerstag, wenn der 1. FC Union gegen Ajax Amsterdam (21 Uhr/RTL) um den Einzug ins Achtelfinale der Europa League kämpft, wieder außen vor ist.

1. FC Union gegen Ajax Amsterdam: Timo Baumgartl muss auf die Tribüne

Denn die Köpenicker haben ihn nicht auf die Meldeliste der Uefa gesetzt. Sie konnten ja nur drei Spieler aus dem ursprünglichen Registereintrag zum Start der Europa League tauschen. Durch die Abgänge des Außenverteidigerduos Julian Ryerson (jetzt Dortmund) und  Tymoteusz Puchacz (Pananthinaikos Athen) sowie der Herren Genki Haraguchi (VfB Stuttgart) und Tim Skarke (Schalke 04) waren zwar vier Plätze vakant, aber die mussten anderweitig gefüllt werden. Die Wahl fiel auf die Winter-Zugänge Josip Juranovic, Jérome Roussillon und Aissa Laidouni.

Für Baumgartl blieb nach dessen Erkrankung an Hodenkrebs kein Platz. Baumgartl hatte es geahnt, glücklich ist er dennoch nicht. „Vermutet hatte ich es, gehofft? Nein!“, so der 26-Jährige. Der Innenverteidiger weiter: „Das ist eine Entscheidung vom Verein, vom Trainer. Das muss ich so akzeptieren. Ob man sich dann freut oder nicht, das ist dann so dahingestellt. Aber ich bin professionell genug, um damit umzugehen.“

Baumgartl hofft auf das Gastspiel des 1. FC Union beim FC Bayern am Sonntag

„Es war trotzdem schön, mal wieder spielen zu dürfen“, sagte Baumgartl und machte gute Mine zum bösen Spiel. „Für mich geht es darum, nach der langen Krankheit so viele Minuten wie möglich zu bekommen. Jetzt hatte ich drei Monate nicht gespielt, da freut man sich, wenn man das mal wieder darf. Deshalb gehe ich trotzdem mit einem positiven Gefühl nach Hause, auch wenn wir heute nicht gewonnen haben“, erklärte er nach den torlosen 90 Minuten gegen die Knappen.

Die nächste Gelegenheit, weitere Minuten zu sammeln, ergibt sich frühestens am Sonntag, wenn der 1. FC Union bei Tabellenführer Bayern München gastiert (17.30 Uhr/DAZN). Doch auch da wird Fischer wohl eher auf seinen eingespielten Defensivblock mit Danilho Doekhi, Robin Knoche und Diogo Leite setzen. Baumgartl wäre maximal auf der Bank nah am Geschehen.

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