Auf Socken mit den Töppen in der Hand: Am Saisonende ist Schluss bei den Eisernen für Christian Gentner.  Foto: Matthias Koch

Nach dem Abpfiff in Wolfsburg standen sie noch lange zusammen: Unions Österreicher Christopher Trimmel mit seinen Landsmännern Parveo Parvan und Xaver Schlager, das Kroatenduo Petar Musa und Josip Brekalo. Auch die „Bromance“ zwischen Christopher Lenz und Maximilian Philipp – best buddies seit Hertha-Tagen – hatte sich noch was zu sagen. Christian Genter hingegen verließ mit Robin Knoche als letzter den erinnerungsträchtigen Rasen. Immerhin hatte er dort 2009 mit dem VfL seine zweite Meisterschaft gefeiert.

Eine weitere Rückkehr wird es nicht geben für Gentner, zumindest nicht mit Union. Die Eisernen gaben am Sonntag bekannt, dass der 35-Jährige die Köpenicker nach zwei Jahren verlässt. Mit den Töppen in der rechten Hand ging's dann auf Socken in die Kabine.

Und mit schlechten Gedanken. Dass das 0:3 beim VfL nicht hilfreich gewesen ist für den Traum von Europa, war dem Schwaben klar. „Wir haben heute irgendwie den Zugriff nicht bekommen. Das ist ziemlich untypisch für Union, untypisch für unsere Spielweise. Wir waren ein bisschen zu ängstlich. Ich glaube, dadurch haben wir es den Wolfsburgern zu einfach gemacht“, zog „LeGente“ das Fazit der Pleite.

Gentner-Ersatz Khedira schon da 

2019 wurde Gentner eisern, nachdem er mit Stuttgart in der Relegation an Union gescheitert war. Im ersten Jahr war er ein wichtiger Faktor beim Kampf um den Klassenerhalt. Im zweiten Jahr aber musste er häufiger seiner langen Karriere Tribut zollen. Der Körper spielte nicht immer  mit. 33-mal stand er im Vorjahr auf dem Platz, in der sich zu Ende neigenden Spielzeit 20-mal.

Man kann davon ausgehen, dass die Trennung, auch wenn sie primär von Gentner forciert wurde, einvernehmlich ist. Gentner musste zwei Jahre auf die Familie verzichten. Corona machte Heimatbesuche schwierig. „Gemeinsam mit meiner Familie habe ich beschlossen, im Sommer noch einmal neue Wege zu gehen“, so Gentner, dem ein Job beim VfB winkt.

Nebenbei hat er ja mit einem Management-Lehrgang für seine Zukunft vorgebaut. Die Eisernen aber auch. In Rani Khedira haben sie schon Gentners Nachfolger verpflichtet. Der eine Schwabe geht, der andere kommt.