Unions Timo Baumgartl jubelt über seinen Treffer zum 2:1 gegen Athletic Bilbao.  dpa/Andreas Gora

Es donnerte von den Rängen. Laut. Die Stehtraversen wirkten gut gefüllt. Optisch schien die Alte Försterei an vielen Stellen zum Bersten voll. Und erst die Stimmung nach dem 2:1 (0:1) im finalen Test der Vorbereitung gegen Athletic Bilbao: Die war einfach blendend. Vorfreude auf den Europapokal erklang aus den Kehlen. Ein Gänsehautmoment. „Wartet ab, wie das klingt, wenn wir alle wieder da sind“, jubelte Unions Pressesprecher Christian Arbeit in sein Mikrofon.

Fünf Testspiele liegen hinter den Köpenickern. Vier davon gegen internationale Gegner, wie ein Scherzbold anmerkte. Kiew (1:1), Nizza (2:0), jetzt Bilbao (2:1) und Viktoria (5:2) – die kommen ja aus West-Berlin.  Lediglich das 3:0 gegen Dresden kann unter landesintern verbucht werden. Vier Siege bei 13:4 Toren, kein Kick verloren, nur ein Unentschieden. Klingt nicht nur passabel, ist es auch. Auch wenn es nur Tests gewesen sind. „Da ging es um nichts“, merkte Fischer ebenso trocken wie richtig an. Schwärmen ist halt nicht sein Ding.

Montag ist Play-off-Auslosung

Union scheint für die Uefa-Aufgaben gerüstet. Die möglichen Gegner haben sich ja an diesem Wochenende eingeengt, weil der europäische Verband eine Gruppeneinteilung für die Auslosung am Montag (14 Uhr, Livestream auf uefa.com) vorgenommen hat. Es könnte Feyenoord Rotterdam werden, so sich die Niederländer gegen den Schweizer Vertreter FC Luzern durchsetzen. Weitere mögliche Union-Kontrahenten sind die Sieger der noch ausstehenden Quali-Duelle zwischen KuPS Koupio (Finnland) gegen FC Astana (Kasachstan), Bohemians Dublin (Irland) gegen PAOK Saloniki (Griechenland) sowie FK Riga (Lettland) gegen KAA Gent (Belgien). Wer zunächst Heimrecht bekommt, wird auch am Montag ausgelost.

Zukunftsmusik! Trainer Urs Fischer, wie immer im Hier und Jetzt, beschäftigte sich zunächst mit dem Kick gegen Bilbao und schielte maximal mit einem Auge auf das kommende Pokalmatch am Sonntag in München gegen Türkgücü. Was übrigens rein vom Namen her auch eher international klingt.

Fischer wusste am Ende nach dem Sieg gegen die Basken nicht, was es ihm mehr angetan hatte. Die Stimmung? Die Tatsache, dass seine Truppe das Spiel noch gedreht hatte? Oder eben das Comeback von Anthony Ujah kurz vor dem Ende der Partie? Eine Rückkehr nach über 14 Monaten Abwesenheit. Wieder so ein Gänsehautmoment, entsprechend gefeiert von den Rängen.

Fischer freut das Ujah-Comeback

„Alles gleich toll“, merkte der Schweizer Fußballlehrer an. Der aber auch keinen Hehl daraus machte, dass ihm nicht alles gefallen hatte gegen den spanischen Erstligisten. „Ich glaube, das Spiel hat schon aufgezeigt, dass wir noch zu arbeiten haben. War toll, wie die Mannschaft sich zurückgekämpft hat, dass sie das nicht auf sich sitzen ließ, dieses 0:1. Bilbao hat sehr hoch gepresst, war sehr aggressiv. Da hatten wir zum Teil unsere liebe Mühe, da fehlte uns die Genauigkeit. Auch die Bewegung ohne Ball war nicht immer gut. Das müssen wir ansprechen und daraus lernen. Da gibt es schon noch den einen oder anderen Punkt, an dem es gilt dran zu bleiben.“

Klar ist auf jeden Fall, dass Union auf einem guten Weg scheint. Also freut man sich auf den Start in Köpenick.

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