Das wäre in normalen Zeiten ein Zuschauermagnet gewesen in Köpenick. Nun wird es nur eins von 24 Spielen für den Klassenerhalt. Foto: imago images/Matthias Koch

40 Zähler sind die magische Grenze. Wobei in den letzten Jahren immer deutlich weniger gereicht haben zum Klassenverbleib. 16 Punkte hat der 1. FC Union schon auf der Habenseite. Fehlen also noch genau 24, um auf Nummer sicher zu gehen. Die Eisernen zünden jetzt Stufe zwei der Mission drittes Bundesligajahr – 24 Spiele für 24 Punkte!

Diejenigen, die Union schon voreilig nach Europa gejubelt haben, schreiben jetzt schon voreilig den nahenden Absturz herbei. Angesichts des Restprogramms bis zum Hinrundenende – die Eisernen haben es durchweg mit den Top Fünf der Liga zu tun – ist es schon logisch, dass die Köpenicker sich in der Tabelle in Bälde in Regionen wiederfinden werden, die ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen würden.

Unions stets bodenständig gebliebener Trainer Urs Fischer hatte eh nie was vom Europacup hören wollen. Zu Recht! Er denkt lieber von Spiel zu Spiel. Und da bleiben ihm eben noch 24 Partien, um 24 Zähler zu bunkern. 

Also kein Grund, Trübsal zu blasen. Selbst wenn man einen Tabellenrechner bemüht und alles gegen die Eisernen tippt, wird Union das Weihnachtsfest maximal auf Rang 13 verbringen. Mit immer noch drei Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz 16! Noch mal, das wäre ein Worst-Case-Szenario. Union wäre weiterhin voll im Soll! Und wäre es auch, wenn am Ende der Saison Rang 15 herausspringt!

Bülter: Wir wollen weiter überraschen

Nun kommen anstrengende Wochen. Auch wegen der neuen Ausfälle (Max Kruse, Robert Andrich). Doch ist das schlimm? Mitnichten. Der Weg zum Klassenerhalt war immer ein Marathon, kein Sprint. „Man wusste um das Restprogramm. Da ist es natürlich gut, dass wir schon so viele Punkte geholt haben. Wir wollen uns aber nicht ausruhen, sondern jetzt versuchen, weiter zu überraschen“, meinte Marius Bülter.

Ähnlich sehen es die Kollegen. „Uns war ja klar, dass vor Weihnachten ’nen schweres Programm ist und es auch danach nicht einfacher  wird. Aber wir haben letztes Jahr auch gezeigt, dass wir überraschen können. Vielleicht schon am Sonnabend“, meinte Grischa Prömel vor dem Duell mit den Bayern.

Fischer wird zwar nie ein Spiel von vorneherein abschenken, aber in seiner Kalkulation sind die Partien gegen Bayern, Dortmund und im neuen Jahr Leverkusen sowie Leipzig so etwas wie Bonusspiele. Da hat er nichts „einbudgetiert“. Neben den großen Vier der Liga gibt es bis zum Ende der Hinrunde aber auch noch die Duelle gegen die kecken Stuttgarter, Bremen und Wolfsburg. Alles Kicks, in denen Union sich nicht vor Angst in die Hose machen muss.

Bülter bläst zum Angriff: „In jedem Spiel sind drei Punkte drin. Natürlich wird es gegen Bayern schwierig. Aber wir haben nichts zu verlieren, werden alles raushauen.“ Und falls es dann am Ende doch nicht langt, sind da immer noch 23 Spiele für 24 Punkte! Machbar!