Jordan Siebatcheu (M.) lässt sich auch von dem Chemnitzer Tim Campulka nicht beirren.
Jordan Siebatcheu (M.) lässt sich auch von dem Chemnitzer Tim Campulka nicht beirren. dpa/Hendrik Schmidt

Es musste Deutschland sein. Wer in der Schweiz kickt, dessen Blick wandert automatisch Richtung Bundesliga. Und nach einem Gespräch mit Urs Fischer auf Französisch war für Jordan Siebatcheu auch sehr schnell klar, dass es der 1. FC Union sein sollte. Spiele der Eisernen hatte er zuvor schon gesehen. „Sie erinnerten mich an meinen Ex-Klub Stade Reimes. Gute Organisation, schwer aufzubrechen oder zu destabilisieren. Alle arbeiten füreinander“, meinte der 26-Jährige, den einen für Stürmer ungewohnte Lust charakterisiert – die am Verteidigen!

Genau diese Eigenschaft will Unions Chefcoach ja auch bei all seinen Kickern sehen. Dieser kollektive Teamgedanke, es dem Gegner schwer zu machen, ihn nicht durchkommen zu lassen. Siebatcheu fühlt sich bei den Köpenickern daher gut aufgehoben.

Siebatcheu verspürt als Awoniyi-Nachfolger keinen Druck

Was im Übrigen nicht heißt, dass er seine Hauptaufgabe darüber vernachlässigen möchte. Denn Tore zu schießen, ist schon etwas, was ihn erfüllt. Wie jüngst beim 2:1 in Chemnitz, als seine artistische Einlage den Eisernen den dringend benötigten Ausgleich brachte. Oder bei der Generalprobe gegen Nottingham Forest und seinen Vorgänger Taiwo Awoniyi, als ihm sogar der Siegtreffer gelang.

Dass er dabei seinen direkten Vorgänger in den Schatten stellte und er dennoch weiter in große Fußstapfen treten muss, ficht ihn dabei nicht an. „Ich kenn das aus der Schweiz. Ich verspüre bei so etwas keinen Druck“, meinte der Mann, der bei Union inzwischen mit der Nummer 45 auf dem Rücken aufläuft, nachdem es zuerst die 38 gewesen war.

Siebatcheu beim 1. FC Union jetzt nur Jordan und Nr. 45

Eine Glücksnummer mit Hintersinn. Als eine Hommage an Basketball-Legende Michael Jordan, der nach seiner Auszeit bei den Chicago Bulls von der 23 auf die 45 umstellte und den er bewundert. „Am Anfang waren da nicht mehr viele Nummern frei. Und dann hatte ich einfach die 38 ohne darüber nachzudenken“, so Siebatcheu zu dem Nummernsalat, der im Übrigen jetzt auch mit seinem Vornamen auf dem Trikot daherkommt.

Der sollte demnächst einigen Bekanntheitsgrad in der Bundesliga bekommen. Denn obwohl er sich keine Marke zum Ziel gesetzt hat („Das mache ich nie“), wäre nach seinen 22 Buden in der Schweiz eine Trefferzahl im nicht-zweistelligen Bereich für ihn nicht zufriedenstellend. Anfangen möchte er damit am Sonnabend beim Ligastart gegen das Team aus dem Westend.

Dass Hertha nur den zweitbesten Stürmer aus Bern holte, Union aber mit Siebatcheu den treffsichersten Angreifer der Schweizer Super League, will der US-Nationalspieler aber nicht als Vorzeichen fürs Derby sehen. Das bessere Team möge gewinnen, versuchte er sich in Diplomatie. Auch weil er Wilfried Kanga zu seinen Freunden zählt. Er habe viel mit Kanga telefoniert vor dessen Wechsel zum Lokalrivalen. Aber diese Freundschaft, dass machte er deutlich, muss am Sonnabend ruhen.

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