Kevin Möhwald und Levin Öztunali gehören zu den beiden Kandidaten, bei denen eine Luftveränderung naheliegen würde.
Kevin Möhwald und Levin Öztunali gehören zu den beiden Kandidaten, bei denen eine Luftveränderung naheliegen würde. Imago/Matthias Koch

Mittendrin statt nur dabei? Nirgends gilt das derzeit so wenig wie beim 1. FC Union. Denn gerade im Reich der Mitte herrscht ein derartiger Überfluss an Kickern, dass viele nicht mal dabei sein werden, sondern das Geschehen mehr von außen betrachten müssen. „Eindeutig zu groß“, lautete das Fazit von Trainer Urs Fischer, was die Kaderstärke angeht.

Egal wie man es betrachtet oder der Schweizer Fußballlehrer spielen lassen wird, im Mittelfeld sind nur drei Plätze frei bei einem 3-5-2 oder 3-3-2-2. Maximal vier bei einem 4-4-2. Doch elf Mann bewerben sich für eine Rolle in der Schaltzentrale der Eisernen.

Durch die jüngste Verpflichtung von Morten Thorsby ist das Gedränge noch größer geworden. Wenn man Rani Khedira auf der Sechs als gesetzt betrachtet, ist das Überangebot an Mittelfeldakteuren noch frappierender.

Thorsby vergrößert das Gedränge im Mittelfeld des 1. FC Union

Da muss Manager Oliver Ruhnert dringend Abhilfe schaffen. Allein schon, um Unzufriedenheit vorzubeugen. Doch wer sind die möglichen Wechselkandiaten?

Die Neuzugänge Paul Seguin, Milos Pantovic und Janik Haberer gehören genau wie Thorsby logischerweise eher nicht in diese Kategorie. Auch Andras Schäfer nicht, denn der Winterpausenzugang soll ja langfristig als Spielmacher aufgebaut werden. Ganki Haraguchi kann sich zwar eines Stammplatzes nicht sicher sein, hat aber seinen Wert für das Team in der Vorsaison deutlich unterstrichen.

Als Leihkandidat gilt sicherlich Laurenz Dehl, der zwar in der Vorsaison bei seinem Gastspiel in Halle auf 22 Einsätze kam, aber dort auch mehr Einwechselspieler denn Stammkraft gewesen war. Auch bei Fabio Schneider, dessen Ausflug zu Kuopion PS durch einen Innenbandriss getrübt worden war, muss Spielpraxis wohl wieder in der Fremde suchen.

Allerdings muss Union ja auch noch die Kaderliste für die Europa League beachten. Da müssen vier Eigengewächse mit aufgeführt werden. Mal sehen, wie kreativ Union das löst. Denkbar ist, dass zum Beispiel A-Junior Aljoscha Kemlein diese Rolle zugedacht wird.

Öztunali und Möhwald mit wenig Aussicht auf Minuten beim 1. FC Union

Wenig Aussichten auf dauerhafte Einsatzzeiten werden wohl auch Levin Öztunali und Kevin Möhwald haben. Öztunali, der gerade den Verlust seines Großvaters Uwe Seeler zu verkraften hat, kam auf 18 Spiele, stand dabei fünfmal in der Startelf (563 Minuten).

Noch dünner sieht es bei Möhwald aus. 16 Einsätze, davon nur dreimal in der Startelf, und insgesamt nur 344 Spielminuten dürften den Ansprüchen des Ex-Bremers kaum genügen. Es würde daher in ihrem Eigeninteresse liegen, eine Luftveränderung anzustreben.

Anfragen für das Duo scheinen Union derzeit keine vorzuliegen. Das wird es für Ruhnert nicht einfacher machen, die Gehaltsliste zu entlasten.

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