Unions Trainer Urs Fischer möchte den Traum vom Endspiel in der eigenen Stadt wahr werden lassen.
Unions Trainer Urs Fischer möchte den Traum vom Endspiel in der eigenen Stadt wahr werden lassen. imago/Jan Huebner

Der Field-Reporterin eines Fernsehsenders konnte es nicht lassen. Kommenden Spieltag gäbe es ja schon ein Wiedersehen mit Max Kruse, versuchte die junge Dame Sheraldo Becker, beim 3:1 gegen Mainz und Mann des Tages aus Köpenicker Sicht, zu locken. Der Schütze des 2:0, der das 3:0 auch noch vorbereitete und bei Genki Haraguchis 1:0 die Führung initiierte, ließ die Fragestellerin ins Leere laufen. „Erst mal spielen wir gegen St. Pauli, das ist wichtiger als das Wiedersehen mit Max Kruse“, so der einstige Ajax-Spieler.

Recht hat er. Und es gibt da dieses eine Fanlied bei den Eisernen, das die Situation in den Köpenicker Landen derzeit trefflich beschreibt. „Erst steigen wir auf, dann Pokal, international.“ Gesungen übrigens zur gleichen Melodie des Hits „Give it up“ von KC and the Sunshine Band wie der in Köpenick als Gassenhauer beliebte Taiwo-Awoniyi-Song.

Union: Zwei Schritte zum Finale

Nun gut, die Köpenicker haben die Reihenfolge irgendwie ein bisschen vertauscht. In Europa spielten sie ja schon diesen Saison. Und nach dem Pott greifen sie erst jetzt. Der kürzestes Weg ins internationale Geschäft ist nun einmal der Pokal.

Es sind nur sechs Siege nötig, dann ist man in der Europa League. Was nicht nur Ruhm und Ehre verspricht. Die Eisernen könnten mit dem zweiten Einzug in ein DFB-Pokal-Halbfinale in ihrer Geschichte das Tor zum Finale ganz weit aufstoßen und weiter vom Endspiel in der eigenen Stadt träumen!

Im Pokal winken Union TV-Millionen

Die Nationalhymne beim Endspiel im Olympiastadion zu hören? Allein das müsste enorme Motivationskraft freisetzen. So man nicht bei Bayern München oder Borussia Dortmund spielt, durfte wohl nur eine Minderheit der Bundesligaprofis so etwas erleben.

Und natürlich hätte das auch finanzielle Auswirkungen. Es geht nicht nur um die Millionen, die im DFB-Pokalfinale ausgeschüttet werden. Schon das Halbfinale bringt 2,08 Millionen Euro. Der Finaleinzug noch einmal rund 2,5 Millionen Euro.

Doch man könnte mit dem Pott in den Händen über diese Spielzeit hinaus kräftig weiter kassieren. Denn eine erneute Teilnahme am Europapokal garantiert für die kommenden fünf Jahre bis zu einer Million Euro mehr aus dem Topf internationale Vermarktung bei den TV-Erlösen. In den fünf Jahren danach sind die auch immer noch 500.000 per anno wert.

Es geht also für die Eisernen also nicht nur um Ruhm und Ehre gegen St. Pauli. Sondern auch um Millionen.

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