Laurenz Dehl im Zweikampf mit Unions Neuzugang Janik Haberer (r.).
Laurenz Dehl im Zweikampf mit Unions Neuzugang Janik Haberer (r.). City-Press/Matthias Renner

Ein klein wenig drängt sich dieser Tage der Eindruck auf, dass der SC Freiburg in der jüngeren Vergangenheit neben seinen primären Aufgaben als Bundesligist vor allem auch noch die Rolle als Zulieferdienst für den 1. FC Union auszufüllen hat. Janik Haberer, der im Kurztrainingslager der Eisernen in Bad Saarow erstmals die neuen Kollegen beschnuppern konnte, ist jetzt schon der fünfte Kicker mit Breisgauer Vergangenheit, der in den letzten vier Jahren die Reihen der Köpenicker auffüllt.

Wer dabei von wem mehr profitiert, ist final noch nicht zu sagen. Vielleicht ist es sogar eine Win-win-Situation für die Mannschaften der Trainer Christian Streich dort und Urs Fischer hier. Waren es zunächst Rafal Giekiewicz der nach Berlin kam, folgten die beiden Leihen der Brüder Schlotterbeck – 2019/20 Keven und in der Spielzeit drauf dann Nico –, dann kam in diesem Winter auch noch Dominique Heintz an die Wuhle. Nun der 28-jährige Haberer, der laut Selbstauskunft nach sechs Jahren im Badischen mit 157 Bundesligaspielen unbedingt „etwas Neues machen“ wollte und dessen Wechselabsicht schon seit März feststand.

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Vom dienstältesten Bundesliga-Coach zum am zweitlängsten im Amte. Da drängt sich natürlich ein Vergleich auf, auch wenn Haberer Fischer erst kurz erlebt hat. „Beide sind sehr erfolgreich, das verbindet sie, fußballerisch kann ich nicht all zu viel sagen. Klar, ich habe die Spiele von Union auch gesehen. Union hat eine etwas andere Spielphilosophie“, so seine Erkenntnisse vor dem Wechsel, bei dem er sich natürlich bei den beiden „Schlottis“ erkundigt hat, was da auf ihn zukommt.

Haberer weiter im Trainer-Vergleich: „Beide sind sehr fußballverrückt, achten sehr auf Details. Streich ist sehr, sehr emotional. Wie das hier ist, muss ich noch kennenlernen“, so sein erstes Fazit. Dass Fischer auch mal laut werden kann, ist bekannt. Doch gemeinhin gilt der Schweizer eher als ruhiger Vertreter seiner Zunft.

Haberer betonte, dass es nicht mangelnde Spielpraxis gewesen sei, die ihn aus Freiburg weggetrieben hätte. Der Box-to-Box-Spieler kam in der abgelaufenen Spielzeit nur auf 805 Einsatzminuten, aber hatte dafür Verständnis. „Natürlich hätte ich gerne mehr gespielt von Anfang an. Aber es lief eben sehr gut in Freiburg“, so der Mittfeld-Allrounder, der aber auch schon als Mittelstürmer zum Zug kam. Als Mannschaftsspieler müsse man dann halt akzeptieren, dass es da wenig Grund für Veränderungen gibt.

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Vor denen steht er nun. Und freut sich dabei vor allem auf den ersten Spieltag. „Das wird ein hitziges Derby. So viele hatte davon noch nicht. Spiele gegen Stuttgart und Hoffenheim sind ja kein richtiges Derby“, sagte Haberer.

Dass die Spielzeit nicht einfach wird, davon geht er aus. „Das wird eine lange und wahrscheinlich komplizierte Saison. Mit vielen Spielen, aber sind gewappnet“, verspricht Haberer. Aber die WM-Pause ab Mitte November würde eine echte Herausforderung werden. „Das ist eine neue Situation. So eine Unterbrechung hatten wir als Profis ja noch nie“, so Haberer weiter. „Mal sehen, wie das gesteuert wird. Du kannst ja nicht komplett runterfahren.“

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