Robert Andrich gibt seit kurzem auch offensiv den Ton bei den Eisernen an. Foto: imago-images/Poolfoto

Seit Wochen begeistert der 1. FC Union mit tollem, sehenswertem und vor allem erfolgreichem Fußball. Jetzt hat sich erstmals ein Eiserner auf die Frage geäußert, warum Union derzeit so gut ist.

„Wir trauen uns mehr zu“, erklärt Mittelfeldstar Robert Andrich und ergänzt: „Jetzt versuchen wir auch mal in engen Situationen mehr Fußball spielen. Das ist eine Frage des Mutes und der Erfahrung.“ Erfahrung, die im vergangenen Spieljahr bei den meisten Unionern so noch nicht vorhanden war: „Man hat irgendwann einfach so Mechanismen drin, aber wir wussten auch, dass wir nicht ewig mit langen Bällen spielen können. Wir wollen uns zusammen und auch jeder für sich individuell weiterentwickeln.“

Andrich selbst geht da mit gutem Beispiel voran. Im vergangenen Jahr galt der Mittelfeldspieler noch als Abräumer, als einer, der den Gegner auch mal beinhart zur Seite räumt. Daraus resultierten auch satte elf Gelbe sowie eine Gelb-Rote Karte. Mittlerweile schaltet sich der Potsdamer aber viel häufiger offensiv mit ein und fällt gar nicht mehr als Zerstörer auf. „Ich versuche jetzt, in manche Situationen etwas cleverer reinzugehen“, verrät er. Dazu habe er mit ihm wichtigen Personen – dem Trainerteam, der sportlichen Leitung, aber auch mit seinen Eltern – besprochen, dass er sich häufiger offensiv einschalten will.

Doch die ganze Mannschaft hat nach Andrichs Meinung einen gewaltigen Sprung gemacht, spielt „allgemein etwas flexibler“. Daran haben auch die Neuzugänge einen großen Anteil. „Natürlich erwartet jeder, dass ich da jetzt Max Kruse nenne, und er besetzt die Räume natürlich super. Aber auch andere Neuzugänge wie Sebastian Griesbeck oder Taiwo Awoniyi helfen uns wirklich weiter“, erklärt er.

Auch deshalb gehen die Eisernen als Favoriten ins Duell mit Arminia Bielefeld (Sonnabend, 15.30 Uhr) und Ex-Trainer Uwe Neuhaus. Andrich hat den Essener als Trainer in Dresden erlebt, hält sich aber mit Lob oder Kritik zurück. Nur so viel: „Uwe Neuhaus hatte damals so seine elf, zwölf Spieler, die selten verletzt waren und deshalb immer gespielt haben.“ Der 26-Jährige gehörte allerdings nicht dazu. „Der Erfolg hat ihm eben recht gegeben.“

Heute ist hingegen Robert Andrich mit seinen Eisernen umso erfolgreicher. Und die Bielefelder können sich schon jetzt für das Spiel an der Alten Försterei warm anziehen.